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Neuer Bericht zeigt Antisemitismus des Council on American Islamic Relations (CAIR)

Der CAIR-Chef Nihad Awad (mit Maske) bei der Einweihung eines Straßenschilds für den von den Saudis ermordeten Journalisten Jamal Khashoggi
Der CAIR-Chef Nihad Awad (mit Maske) bei der Einweihung eines Straßenschilds für den von den Saudis ermordeten Journalisten Jamal Khashoggi (© Imago Images / UPI-Photo)

Nach außen geriert sich CAIR gerne als Bürgerrechtsorganisation Marke Martin Luther King jr., tatsächlich ist die Organisation aktiver Unterstützer der Terrorgruppe Hamas und propagiert die Idee der Vernichtung Israels.

»Tel Aviv ist besetztes Territorium, das wir noch befreien werden«, sagte Nihad Awad im November 2021 bei einer Rede auf einer Konferenz der American Muslims for Palestine (AMP). Awad ist Boss einer in den USA sehr einflussreichen islamistischen Lobby-Organisation, des Council on American Islamic Relations (CAIR). Gegründet wurde CAIR am 27. Oktober 1993 im Marriott-Hotel in Philadelphia, um die Hamas zu stärken und eine aus Sicht der Islamisten drohende Normalisierung Israels zu verhindern. Bei der Gründung schon mit dabei: Nihad Awad. Er ist der einzige Geschäftsführer, den CAIR je hatte.

Eine Welt ohne Israel, das ist das Ziel von CAIR. Würden dessen Funktionäre das aber stets so plakativ ausdrücken, wären sie nicht so erfolgreich, wie sie es sind. Nach außen projiziert CAIR das Bild einer Bürgerrechtsorganisation, stellt sich gern in eine Reihe mit Martin Luther King Jr., Unterdrückten eine Stimme zu geben, sich für deren Rechte einsetzen zu wollen – das ist die angebliche Mission von CAIR.

Gleichzeitig wird mal mehr, mal weniger offen zur Vernichtung Israels aufgerufen. Das macht CAIR zu einem Scharnier zwischen Hamas-Sympathisanten und gewählten Volksvertretern. Unter den erklärten CAIR-Unterstützern sind etliche Spitzenpolitiker der Demokratischen Partei: J. B. Pritzker, der Gouverneur von Illinois, US-Senator Dick Durbin und Abgeordnete des US-Repräsentantenhauses wie Ilhan Omar und Rashida Tlaib.

Demaskierter Antisemitismus 

Mit dem Antisemitismus von CAIR beschäftigt sich der Bericht CAIR’s Antisemitism Unmasked, den das Investigative Project on Terrorism (IPT) in diesem Monat veröffentlicht hat. Das IPT ist eine 1995 von Steven Emerson gegründete gemeinnützige Forschungsgruppe, die nach eigenen Angaben »den weltweit umfassendsten Datenbestand über radikal-islamische Terrorgruppen« besitzt. Das IPT untersucht die Operationen, die Finanzierung, die Aktivitäten und die Tarnorganisationen islamischer terroristischer und extremistischer Gruppen in den Vereinigten Staaten und auf der ganzen Welt. Als Experte für islamistische Ideologie und Terrorismus ist Steven Emerson häufig Gast im Rundfunk und wird zu Befragungen in den US-Kongress geladen.

Einiges dessen, was in dem IPT-Bericht dokumentiert ist, dürfte für Leser von Mena-Watch bekannt sein. Etwa, wie Zahra Billoo, Direktorin von CAIR San Francisco auf der AMP-Konferenz 2021 behauptete, es gebe eine »Verbindung zwischen Islamophobie und Zionismus». Die »Islamophobie-Industrie«, die Muslime »zum Schweigen bringen« wolle, erhalte jährlich »Hunderte Millionen Dollar«. Dahinter steckten Juden, die bekämpft werden müssten, auch in den USA, denn selbst die »höflichen Zionisten« seien die »Feinde« der Muslime, so Billoo:

»Wenn wir über Islamophobie sprechen, denken wir oft an die vehementen Faschisten … aber ich möchte auch, dass wir auf die höflichen Zionisten achten, die sagen, lasst uns einfach zusammen Brot brechen.»

Heuchelei von CAIR

Als Feinde der Muslime nannte sie die Anti-Defamation League (ADL), die Jewish Federation, »zionistische Synagogen« und jüdische Studentenverbände. Zu den »Feinden« gehörten auch jene, »die sagen, dass sie keine Zionisten sind, sondern eine Zwei-Staaten-Lösung wollen«.

Der IPT-Bericht weist auf die Heuchelei von CAIR hin: Während sie Israel eine – nicht existente – »Apartheid« vorwerfen, reisen CAIR-Vertreter nach Istanbul, um sich dort mit Funktionären von Erdogans Religionsbehörde Dyanet über »den Kampf der Türkei gegen Islamophobie« auszutauschen. Die Situation von religiösen und nationalen Minderheiten in der Türkei? Für CAIR kein Gesprächsthema. Ebenso wenig wie die illegale türkische Besatzung Nordzyperns.

Nachdem Frankreich im Dezember 2019 die IHRA-Definition von Antisemitismus angenommen hatte, zu der Charakterisierung von Judenhass auch gehört, dem jüdischen Volk das Selbstbestimmungsrecht abzusprechen, postete Ahmed Rehab, der nationale Direktor für strategische Kommunikation von CAIR, vulgäre Schmähungen gegen Zionisten und Frankreich: »F*** den Zionismus. Und F*** dich auch Frankreich.«

CAIR war ein »Partner« beim »Nationalen Marsch für Palästina« am 29. Mai 2021 in Washington, D.C., der vom U.S. Council of Muslim Organizations (USCMO) und American Muslims for Palestine (AMP) angeführt wurde. Der Marsch war Teil einer breiteren Kampagne zur »Sanktionierung Israels«, um »israelischen Siedlerkolonialismus, ethnische Säuberung, Apartheid, militärische Besetzung und Blockade« zu beenden.

CAIR-Exekutivdirektor Nihad Awad ergriff das Wort, unmittelbar nachdem die israelfeindliche Studentenaktivistin Nerdeen Kiwanis »From the river to the sea, Palestine will be free« (»Vom Fluss bis zum Meer, Palästina wird frei sein«) und andere Sprechchöre angestimmt hatte, die zur Vernichtung Israels ermunterten. Awad unternahm nichts, um die Demonstranten zur Mäßigung aufzurufen. Stattdessen forderte er sie auf, »sich dafür einzusetzen, dass Kongressmitglieder, die die Verbrechen des Staates Israel entschuldigen, abgesetzt werden«. Das »Palästina-Versprechen« nannte er das.

Applaus für Ilhan Omar

Als die Abgeordnete Ilhan Omar im Februar 2019 auch von ihrer eigenen Partei dafür kritisiert wurde, dass sie behauptet hatte, der US-Kongress sei deshalb israelfreundlich, weil die Abgeordneten mit Geld bestochen würden (»It’s all about the Benjamins [Hundert-Dollar-Scheine; Anm. Mena-Watch], baby«), erhielt sie Rückendeckung von CAIR. So etwas wie Antisemitismus gebe es zwar, aber nicht bei Ilhan Omar, im Gegenteil:

»CAIR applaudiert den Abgeordneten Ilhan Omar und Rashida Tlaib für ihren Mut, die Wahrheit über Israels rassische, religiöse und ethnische Segregation auszusprechen. Agendagesteuerte Gruppen wie AIPAC haben diese Segregation und die daraus resultierende Verweigerung von Menschenrechten für christliche und muslimische Palästinenser jahrzehntelang ermöglicht.«

Nihad Awad dankte Omar und Tlaib für ihre »mutige und prinzipienfeste Haltung« gegen die »israelische Lobby«. Sagte er »agendagesteuerte Gruppe«? Steven Emerson kommentiert: »Die CAIR-Führung scheint zu vergessen, dass sie eine agendagesteuerte Gruppe‹ leitet, die sich der Weißwaschung der Hamas und anderer terroristischer Aktivitäten gegen Israel verschrieben hat, während CAIR-Führer islamistische Regime wie die Türkei von Recep Tayyip Erdogan loben, die sich die Auszeichnung verdient haben, weltweit die meisten Journalisten zu inhaftieren.«

Während des Gaza-Kriegs im Mai 2021 verglich der kalifornische CAIR-Direktor Hussam Ayloush die Zerstörung des Al-Shorouk-Towers in Gaza-Stadt durch israelische Luftangriffe mit der Zerstörung des World Trade Centers durch Al-Qaida-Terroristen am 11. September 2001: 

»Ich weiß noch, wie wütend wir waren, als Al-Qaida-Terroristen unsere Türme zerstörten und unsere unschuldigen Menschen ermordeten. Ich kann mir nur vorstellen, wie sich die Menschen in Gaza fühlen, wenn sie sehen, wie ihre Türme jeden Tag von Israels Terrorismus angegriffen werden.«

Der Al-Shourouk-Tower wurde während eines bewaffneten Konflikts zu einem militärischen Ziel, weil er nach Angaben der israelischen Armee von der Hamas militärisch genutzt worden war. Vor dem Luftangriff waren die Personen in dem Gebäude gewarnt worden, dieses zu verlassen. Die Twin Towers waren zivile Gebäude, die mitten im Frieden bei einem Terroranschlag mit zuvor entführten vollbesetzten Passagierflugzeugen zerstört wurden, mit dem Ziel, möglichst viele Menschen zu töten. 2.753 Menschen kamen dabei ums Leben. 

Für Ayloush ist alles das Gleiche, sofern es dem demagogischen Zweck dient. So verglich er 2014 Israel bei einer Podiumsdiskussion im Islamic Institute of Orange County mit dem Islamischen Staat (IS): »Der jüdische Staat Israel behauptet, dass er angegriffen wird, weil er jüdisch ist. Und er behauptet, dass er das Recht auf das Land Palästina hat, weil er jüdisch ist. Und er rechtfertigt seine Verbrechen in Gaza, weil er jüdisch ist oder das jüdische Volk verteidigt. Das ist genau das, was der Islamische Staat, der IS, tut.«

Worte haben Folgen

Am 26. August 2021 demonstrierte CAIR gegen das Treffen von US-Präsident Biden mit dem damaligen israelischen Premierminister Naftali Bennett. Diesen zu empfangen, so CAIR-Exekutivdirektor Nihad Awad, sei genauso schlimm, wie die Taliban im Weißen Haus zu begrüßen. »Stellen Sie sich vor, die Taliban bilden die Regierung und tun weiterhin das, was sie den Menschen in Afghanistan angetan haben, bevor sie 2001 besiegt wurden«, sagte Awad.

»Und wenn der Präsident der Vereinigten Staaten, Präsident Joe Biden, beschließt, den Führer der Taliban im Weißen Haus zu empfangen, wie würden die US-Medien reagieren? Wie wäre die Reaktion der Öffentlichkeit? Wie würden die Politiker auf die Tatsache reagieren, dass Joe Biden den Führer der Taliban empfängt? … Heute ist es nicht anders. Präsident Joe Biden empfängt den Anführer der israelischen Taliban. Joe Biden empfängt den Anführer der israelischen Siedler-Kolonialbewegung.«

Awad hatte sich zu diesem Zeitpunkt unter anderem mit Erdogan und den damaligen iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad und Hassan Rouhani getroffen. Nach Angaben des IPT soll er zudem im Jahr 2011 den libyschen Machthaber Muammar al-Gaddafi um Geld für eine Koran-Verteilaktion gebeten haben.

»Die Litanei der fortgesetzten antisemitischen Beschimpfungen von CAIR ist geradezu betäubend«, so IPT-Direktor Steven Emerson. »Sie fordert routinemäßig die Zerstörung des Staates Israel, was natürlich ein Echo der selben Forderung ihrer Muttergruppe, der Hamas, ist, die ebenfalls geschworen hat, jeden Juden zu töten.«

Der Bericht zeige, dass der Antisemitismus von CAIR tief sitzt. Darum sei es wichtig, darauf aufmerksam zu machen. Das Regime des Nationalsozialismus habe gezeigt, so Emerson, dass Worte Folgen hätten. »Dieser Bericht ist ein blinkendes rotes Licht.«

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