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Was hinter dem Angriff auf den Flughafen von Damaskus steckt

Landebahn des Flughafens von Damaskus. (© imago images/agefotostock)
Landebahn des Flughafens von Damaskus. (© imago images/agefotostock)

Israels Angriff in Damaskus könnte Teil des Versuchs sein, Syriens Diktator zu einem Vorgehen gegen den Iran im eigenen Land zu bringen.

Von Yoav Limor

Das zentrale Ziel des Angriffs der israelischen Air Force vor eineinhalb Wochen war nicht der Iran, sondern Syrien. Mit dem Angriff auf die Start- und Landebahnen des internationalen Flughafens von Damaskus und der stundenlangen Unterbrechung des Flugverkehrs wollte Israel möglicherweise den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad unter Druck setzen. Er soll wahrscheinlich dazu gebracht werden, eine aktivere und selbstbewusstere Haltung gegenüber der iranischen Nutzung des syrischen Hoheitsgebiets und der syrischen Infrastruktur für den weiteren Waffenschmuggel an die Hisbollah und andere Akteure im Land einzunehmen.

Der Generalstabschef der israelischen Streitkräfte, Generalleutnant Aviv Kochavi, hat erklärt, dass das Militär in den letzten Wochen eine zweistellige Zahl von Angriffen in der Region durchgeführt hat. Man kann davon ausgehen, dass eine beträchtliche Anzahl davon auf iranische Aktivitäten in Syrien abzielte.

Diese Angriffe haben die Iraner sicherlich einige Mittel und Fähigkeiten gekostet, aber sie haben nichts an der strategischen Entscheidung Teherans geändert, Israel mit einem Ring von Raketen zu umgeben.

In den sieben Jahren seit ihrem Beginn hat die sogenannte »Kampagne zwischen den Kriegen« der israelischen Streitkräfte einige Erfolge zu verzeichnen. Die nachrichtendienstliche Infiltration, die Tausende von Angriffen ermöglichte, hat den iranischen Plänen, in Syrien ständige Stützpunkte und bewaffnete Milizen zu etablieren, schweren Schaden zugefügt und seine Waffenkonvois an die Hisbollah erheblich gestört. Andererseits konnten die Iraner nicht davon abgehalten werden, ihre Bemühungen fortzusetzen.

Hoher Preis für Assad

Jetzt geht es darum, über die syrische Regierung weiteren Druck auszuüben. Assad soll zu dem Schluss kommen, dass der unmittelbare Preis, den er für das weitere Engagement Irans in seinem Land zahlen muss, höher ist als der Preis einer Konfrontation mit dem Iran.

Allerdings verdankt Assad den Iranern sein Leben, sie kamen ihm in seiner schwersten Stunde im syrischen Bürgerkrieg zu Hilfe. Und selbst wenn Assad daran interessiert wäre, den Iran zu verdrängen, wie einige in Israel glauben, ist es unwahrscheinlich, dass ihm das gelingen würde. Syrien ist schwach, zerrüttet und von innen heraus verrottet, und der Iran ist inzwischen tief im Land verwurzelt.

Die Russen, die Assad in diesem Bemühen unterstützen könnten, haben kein Interesse in dieser Frage gezeigt. Sie sind mit den Kämpfen in der Ukraine beschäftigt und werden keinen Konflikt mit den Iranern in einer Angelegenheit suchen, die sie derzeit als nebensächlich betrachten.

Damit steht Israel wie üblich allein da – und ist gezwungen, sich erneut ans Reißbrett zu begeben.

Was immer Israel tut, augenblicklich kommt ihm zugute, dass das Atomabkommen zwischen dem iranischen Regime und den westlichen Ländern bislang nicht erneuert wurde und die Sanktionen gegen Teheran daher aufrechterhalten werden. Damit öffnet sich für Israel in seinen Bemühungen, den Iran abzuschrecken und seine gefährlichen Aktivitäten zu stoppen, ein Zeitfenster, in dem es relativ frei agieren kann.

Yoav Limor ist ein erfahrener Journalist und Verteidigungsanalyst. Der Artikel ist beim Jewish News Syndicate erschienen.

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