Der antiisraelische Hass auf „Wonder Woman“

Boykottaufruf gegen „Wonder Woman“

„Die Comicverfilmung ‚Wonder Woman‘ feiert derzeit weltweit Erfolge. (…) In einigen arabischen Staaten stieß der Film jedoch schon im Vorfeld auf Ablehnung und wurde mit einem Bann belegt. Ausschlaggebend hierfür war die Unterstützung der Hauptdarstellerin Gal Gadot für die israelischen Streitkräfte. Gal Gadot, gebürtige Israeli und Nachkomme eines Shoah-Überlebenden, hatte während des Libanon-Krieges 2006 ihren 2-jährigen Wehrdienst absolviert und war als Ausbilderin der Israel Defense Forces (IDF) tätig. Als Skandal wertet die Boykottbewegung einen 2014 geposteten Facebook-Eintrag, in dem die Schauspielerin ihre Unterstützung für Israel während der ‚Operation Protective Edge‘ und ihre Abneigung gegen die Kriegsführung der Hamas zum Ausdruck brachte.

Während Gadot in sozialen Medien unablässig beschimpft und diffamiert wird, setzten sich von Algier bis Beirut staatliche Stellen, Boykott-Aktivisten und private Akteure bereits erfolgreich für ein Verbot des Films ein. In Algier wurde die ‚Wonder Woman‘-Premiere während des Fastenmonats Ramadan vom Filmfestival ‚Nuits du cinéma‘ verbannt. Nach einer Online-Petition ‚Non! Pas en Algérie‘, die unterstellt, Gal Gadot würde Phosphorbomben gutheißen, hatte man sich auf ‚administrative Zwänge‘ berufen und zunächst einmal Verwertungsrechte klären wollen. Zuvor regte offenbar die Organisation ‚Campaign to Boycott Supporters of Israel-Lebanon‘ die libanesischen Behörden dazu an, ein staatliches Verbot zu verfügen. Im Libanon sind Kontakte zwischen Libanesen und Israelis sowie der Handel mit israelischen Waren seit jeher verboten. Das Wirtschafts- und Handelsministerium soll diesen Boykott durchsetzen und ‚jeden Versuch des Feindes, unsere Märkte zu infiltrieren‘, verhindern. Im arabisch-frühlingshaften Tunesien, einem Staat mit implizit antisemitischer Verfassung, waren mit einer Rechtsanwaltsvereinigung, politischen Parteien und staatlichen Stellen unterschiedliche Akteure am Vorführungsverbot beteiligt. ‚Es muss mobil gemacht werden in dieser Angelegenheit, sowie bezüglich allem, was zur Normalisierung mit der zionistischen Entität beiträgt‘, ließ auch die linke Front Populaire verlautbaren. In Ramallah, Sitz der palästinensischen Autonomiebehörde, wurden die Kinobetreiber des Palestine Towers Cinema von sich aus aktiv und nahmen den Film gar nicht erst ins Programm. Auch in Jordanien prüften zuständige Stellen ein Verbot. Anzunehmen, dass den Beispielen weitere Staaten folgen werden. Jedenfalls sprechen schon die offiziellen Release Dates für Afrika und den Mittleren Osten eine deutliche Sprache.“ (Film- und Dokuarchiv: Vom Jordan bis zum Mittelmeer: Der Hass auf ‚Wonder Woman‘)

 

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