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Von UN bezahlte Lehrer rufen erneut zur Ermordung von Juden auf

Immwer wieder Antisemitismus und Terrorverherrlichung an UNRWA-Schulen
Immwer wieder Antisemitismus und Terrorverherrlichung an UNRWA-Schulen (© Imago Images / ZUMA Wire)

Einmal mehr hat die Menschenrechtsorganisation UN Watch dokumentiert, wie sich Lehrkräfte der UNRWA im Internet antisemitisch äußern und Terror glorifizieren. Anstatt sie zu entlassen, hat das UN-Palästinenserhilfswerk lediglich einige beurlaubt – und zugleich UN Watch scharf attackiert. Trotzdem erhöhen die Geberländer ihre Zuschüsse noch einmal.

Was Elham Mansour am 15. April dieses Jahres schrieb, war beim besten Willen nicht misszuverstehen. So hieß es in einem Facebook-Beitrag der Libanesin:

»Wenn Allah will, werden die Männer des Widerstands […] jeden Einzelnen von euch abschlachten und auf den Müllhaufen werfen, denn ihr seid schmutzig und ihr verunreinigt jedes Land, in dem ihr euch aufhaltet, ihr Zionisten, ihr Schurken, ihr Terroristen, möge Allah sich an euch rächen.«

Knapp vier Wochen später teilte Mansour in einem weiteren Posting mit:

»Jeder, der zionistische und israelische Verbrecher töten und abschlachten kann und es nicht tut, verdient es nicht zu leben. Tötet sie und verfolgt sie überall, sie sind der größte Feind, Verbrecher, Mörder, Terrorist. Jeder, der Friedensabkommen, Waffenstillstände und so weiter mit ihnen unterzeichnet, verdient es, hingerichtet zu werden. Keine Verträge, kein gar nichts! Alles, was Israel verdient, ist der Tod.«

Purer Antisemitismus also, in Kombination mit Vernichtungsfantasien und Terrorverherrlichung. Nun ist eine solche antijüdische Hetze im Internet keine Seltenheit. Dieser Beitrag entstammt allerdings nicht der Tastatur einer privaten Nutzerin, sondern er geht auf das Konto einer Lehrerin, die für die UNRWA arbeitet, also das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen für die Palästinenser.

In einem weiteren Facebook-Posting schrieb Mansour im Mai 2021:

»Die Tötung von [jüdischen] Siedlern ist zulässig und ein legitimes Recht der Palästinenser.«

Elham Mansour ist nicht die einzige UNRWA-Lehrkraft, die sich auf diese oder ähnliche Art und Weise in den sozialen Netzwerken äußert. Ihre palästinensische Kollegin Nihaya Awad pries am 21. Mai des vergangenen Jahres in einem Facebook-Beitrag die Hamas und hielt offenkundig auch den Einsatz von Kindersoldaten auf palästinensischer Seite für eine gute Sache.

Die jordanische UNRWA-Lehrerin Hana’a Daoud bezog sich derweil, ebenfalls via Facebook, positiv auf das vermeintliche Versprechen Allahs gegenüber den Muslimen, die Juden kriegerisch zu besiegen.

UNRWA-Lehrkräfte verbreiten Antisemitismus

Wenn Lehrerinnen mit solchen Ansichten in den Schulen des Hilfswerks unterrichten, kann man sich leicht ausrechnen, welche fatalen Auswirkungen das auf die Bildung von palästinensischen Schülern hat.

Und die Problematik beschränkt sich längst nicht auf Facebook-Einträge: Wegen der Vermittlung antisemitischer und geschichtsklitternder Inhalte in ihren Schulen steht die UNRWA bekanntlich schon seit einer ganzen Weile in der Kritik, auch wenn ihr Generalkommissar Philippe Lazzarini alle Beanstandungen zurückweist und von ungerechtfertigten Angriffen auf seine Einrichtung spricht.

Es ist erneut die in Genf ansässige Organisation UN Watch, die die antisemitischen und gewaltverherrlichenden Äußerungen von UNRWA-Beschäftigten in den Social Media dokumentiert hat. In ihrem neuen, 42-seitigen Bericht belegt UN Watch zwanzig solcher Fälle, die sich auf zehn Lehrkräfte und andere Mitarbeiter des Hilfswerks verteilen. Sie stellen »Verstöße gegen die eigenen Regeln der UNRWA und die propagierten Werte der Nulltoleranz gegenüber Rassismus, Diskriminierung und Antisemitismus dar«, wie die NGO befindet.

Ihre Dokumentation hat sie UN-Generalsekretär Antonio Guterres und UNRWA-Chef Philippe Lazzarini übergeben, darüber hinaus auch dem EU-Außenbeauftragten Joseph Borrell und der US-Botschafterin Linda Thomas-Greenfield. Denn die EU und die USA gehören zu den wichtigsten Geldgebern der UNRWA.

Bereits seit 2015 zeigt UN Watch immer wieder, wie sich Beschäftigte des Hilfswerks, insbesondere Lehrkräfte, im Internet verhalten: Sie betreiben Hass und Hetze gegen Juden und den jüdischen Staat, Glorifizierung von Islamismus und Terror, Aufruf zum Mord und Verherrlichung des Nationalsozialismus. Über hundert UNRWA-Mitarbeiter, die solche Positionen verbreiten, hat UN Watch in seinen Berichten der vergangenen sieben Jahre identifiziert. Nachhaltige Konsequenzen für die Betreffenden gab es vonseiten der UNRWA nicht.

Die UNRWA habe es versäumt, Lehrer zu entlassen, die zu Antisemitismus und Terrorismus aufstacheln, resümiert UN Watch in einer Erklärung zum neuesten Bericht. Der Geschäftsführer der Organisation, Hillel Neuer, sagt:

»Auf der ganzen Welt werden Erzieher, die zu Hass und Gewalt aufstacheln, entlassen. Doch die UNRWA stellt systematisch antijüdische Hassprediger und Terroristen ein, obwohl sie eine ›Nulltoleranz‹ für Aufwiegelung proklamiert.«

Beurlaubte Lehrer und Angriff auf UN Watch

Auch nach dem aktuellen Bericht gab es keine Entlassungen, sondern lediglich Beurlaubungen: Sechs UNRWA-Mitarbeiter seien nach einer Überprüfung des UN Watch-Berichts suspendiert worden, teilt das Hilfswerk mit. Gleichzeitig geht die UNRWA zum Gegenangriff über:

Die »Anschuldigungen« von UN Watch seien »zeitlich so abgestimmt worden, dass sie die jährliche UNRWA-Geberkonferenz stören«, heißt es in einer Erklärung. Die »Aktionen dieser Organisation« und die »koordinierten Kommentare von Satellitenorganisationen« zeigten »einmal mehr die wahren Absichten«. UN Watch wolle »zerstören, nicht aufbauen« und »Konflikte heraufbeschwören, nicht aber einen dauerhaften Frieden schaffen«.

Das sind so erstaunliche wie befremdliche Äußerungen. Nicht der Antisemitismus und die Terrorverherrlichung der eigenen Mitarbeiter – die im sensiblen Bildungsbereich tätig sind und Einfluss auf das Weltbild ihrer Schüler nehmen – sind demnach das Hauptproblem, sondern die vermeintlich feindseligen und destruktiven Aktivitäten der Kritiker.

Anders gesagt: Nicht der Hass gegen Juden soll zerstörerisch sein, sondern die Kritik an ihm. Dass einer der UNRWA-Sponsoren gegen diese Verdrehung öffentlich aufbegehrt hätte, ist nicht bekannt geworden.

»Lehrer, die zum Mord an Juden aufrufen, müssen lebenslang vom Unterrichten ausgeschlossen werden«, kommentiert Hillel Neuer die Beurlaubungen der sechs UNRWA-Mitarbeiter, die vom Hilfswerk nicht namentlich genannt werden. Die vorübergehenden Suspendierungen seien dagegen »nur ein Klaps auf die Hand«. Die UNRWA tue so,

»als sei das Problem jetzt gelöst, während sie den palästinensischen Mitarbeitern – und terroristischen Organisationen wie dem Islamischen Jihad, der die UNRWA zur Ablehnung des UN Watch-Berichts gedrängt hat – signalisiert, dass sie den virulenten Antisemitismus ihrer Lehrer, von dem die UNRWA und ihre Geldgeber wissen, dass er das Hilfswerk durchdringt, nicht wirklich beanstandet«.

Trotzdem lösten die Suspendierungen empörte Reaktionen palästinensischer Organisationen aus. Das Vereinigte Komitee für Palästinaflüchtlinge etwa – eine Koalition, der die Palästinensische Autonomiebehörde, die Hamas und der Islamische Jihad angehören – forderte die UNRWA auf, die Beurlaubung der sechs Mitarbeiter »unverzüglich rückgängig zu machen und nicht auf den Druck und das Diktat der USA und Israels zu reagieren«.

UNRWA selbst ein Problem

In einer weiteren Erklärung sagte Walid Al-Awad, der Vorsitzende des Flüchtlingsausschusses des Palästinensischen Nationalrats, die Beurlaubung sei »inakzeptabel« und müsse »sofort aufgehoben werden«.

Auch die Terrororganisation PFLP forderte die Rücknahme der Suspendierungen. Sie erklärte:

»Dass sich die UNRWA-Verwaltung auf einen Bericht von UN Watch stützt, um diese Maßnahmen zu ergreifen, bestätigt ihre Komplizenschaft und Identifikation mit der von der israelischen Besatzung praktizierten Aufwiegelung gegen das palästinensische Volk. Dabei stehen die [UNRWA-]Mitarbeiter nur für ihre Sache ein, bekennen sich in den Social Media zu den nationalen Grundsätzen und Rechten und nehmen an verschiedenen nationalen Veranstaltungen und Aktivitäten teil.

Unser Volk wird nicht zulassen, dass diese Entscheidung umgesetzt wird, und wird mit aller Kraft darauf reagieren, dass die [UNRWA-]Verwaltung zionistischen Druck und zionistische Aufwiegelung duldet.«

Der israelische Botschafter bei den Vereinten Nationen dagegen, Gilad Erdan, forderte die Geberländer auf, ihre Beiträge so lange einzufrieren, bis die UNRWA jene Lehrkräfte, die Antisemitismus und Terror unterstützen, entlassen hat.

Dass das geschehen wird, ist allerdings nicht zu erwarten. Vielmehr haben diese Staaten dem Hilfswerk Ende Juni zugesagt, es mit weiteren 160 Mio. US-Dollar zu unterstützen, zusätzlich zu den jährlich rund 1,2 Mrd. US-Dollar, die der UNRWA zur Verfügung stehen.

Der Bericht von UN Watch hat einmal mehr deutlich gemacht, dass die UNRWA nicht nur ein echtes Problem hat, sondern selbst eines darstellt. In Hunderten ihrer Schulen werden Lehrinhalte vermittelt, die Juden im Allgemeinen und Israelis im Besonderen dämonisieren. Diese Vermittlung erfolgt durch ein Lehrpersonal, das teilweise in den Social Media antisemitische Hetze und die Glorifizierung von Gewalt und Terror betreibt.

Bis auf vereinzelte Beurlaubungen – und selbst diese erfolgen nur auf Druck von außen – gibt es jedoch keine Konsequenzen. Ist dieser Zustand wirklich im Interesse der Geberländer?

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