Tote Palästienser, die niemanden interessieren

„Im Laufe der letzten sieben Jahre hat kein Land finanziell und militärisch mehr getan, um den Massenmord des Assad-Regimes an den Syrern zu unterstützten, als die Islamische Republik Iran, eine Theokratie, die für sich beansprucht, dass sie von einem Standpunkt der moralischen Überlegenheit aus handelt. Nur Stunden nach den gemeinsamen gezielten amerikanischen, französischen und britischen Militärschlägen in Syrien rief der iranische Präsident Hassan Rohani Assad an, um ihn seiner Solidarität zu versichern. (…) Hochrangige iranische Regierungsvertreter, wie Ali Akbar Velayati, der enge Berater des religiösen Staatsoberhaupts Ayatollah Ali Khamenei, haben in der Regel erklärt, dass ‚die aus dem Iran, Syrien, der Hisbollah, der neuen irakischen Regierung und der Hamas bestehende Achse des Widerstands gegen Israel durch Syrien führt … Syrien ist der goldene Ring in der Achse des Widerstands gegen Israel.’ Solange der 78jährige Khamenei an der Macht ist, wird der Hass auf Israel Teherans bedingungsloser, auch den Einsatz von Chemiewaffen umfassender Einsatz von Menschenleben und Mitteln zur Unterstützung Assads und Sicherung seiner Herrschaft andauern.

Obwohl Israel das Alltagsleben der Iraner praktisch in keiner Weise berührt, stellt die Opposition gegen den jüdischen Staat die beständigste Säule der revolutionären Ideologie im Iran dar. Gleich ob Khameinei die Landwirtschaft oder das Bildungswesen diskutiert, stets kommt er auf das Übel des Zionismus zu sprechen. ‚Das zionistische Regime ist ein Krebsgeschwür in unserer Region und sollte herausgeschnitten werden’, so Khamenei in einer 2012 gehaltenen Rede. ‚Wir werden jeder Nation, jeder Gruppe weltweit helfen und beistehen, die das zionistische Regime bekämpft.’ Angesichts der militärischen Überlegenheit Israels sieht die erklärte Strategie Khameneis nicht die kurzfristige Vernichtung, sondern die langfristige politische Auflösung Israels vor. ‚Wenn Muslime und Palästinenser sich im Kampf zusammenschließen’, postuliert er regelmäßig, ‚wird es das zionistische Regime in 25 Jahren nicht mehr geben’.

In dem vermeintlichen Versuch, eine angebliche Ungerechtigkeit zu rächen, hat Teheran Assad bei der Begehung einer viel größeren unterstützt. Seit 2011 sind Schätzungen der UNO zufolge mindestens 500.000 Menschen in Syrien getötet worden. Das ist mehr als das fünffache der ungefähr 90.000 Palästinenser, die in dem seit 70 Jahren andauernden palästinensisch-israelischen Konflikt umgekommen sind. Mit zwölf Millionen Menschen sind mehr als zweimal so viele Syrer wie Palästinenser vertrieben worden. Ja, seit 2011 sind mehr Palästinenser von Assad getötet worden (fast 3700), zum Teil mit Chemiewaffen, als von den Israelis.“ (Karim Sadjadpour: „Iran’s Real Enemy in Syria“)

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