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Saudi-Arabien setzt Kindersoldaten aus dem Sudan im Jemenkrieg ein

Saudi-Arabien setzt Kindersoldaten aus dem Sudan im Jemenkrieg ein„Der Bürgerkrieg in Darfur raubte Hager Shomo Ahmed nahezu alle Hoffnung. Diebe hatten das Vieh seiner Familie gestohlen und ein Dutzend Jahre Blutvergießen hatten seine Eltern mittellos zurückgelassen. Gegen Ende 2016 bot Saudi-Arabien dann eine Rettungsleine: Das Königreich würde bis zu 10.000 Dollar zahlen, wenn Hager sich seinen Truppen anschließen würde, die 1.200 Meilen entfernt im Jemen kämpften. Hager, damals 14, konnte den Jemen nicht einmal auf einer Karte finden und seine Mutter war entsetzt. Er hatte einen schrecklichen Bürgerkrieg überlebt – wie könnten seine Eltern ihn da in einen anderen werfen? Aber die Familie überstimmte sie. ‚Die Familien wissen, dass sich ihr Leben nur ändern wird, wenn ihre Söhne in den Krieg ziehen und Geld zurückbringen‘, sagte Hager letzte Woche in einem Interview in der Hauptstadt Khartoum, wenige Tage nach seinem 16. Geburtstag. (…)

Angeführt von Kronprinz Mohammed bin Salman argumentieren die Saudis, sie kämpfen darum, den Jemen vor einer vom Iran unterstützten feindlichen Fraktion zu retten. Um dies zu tun, hat Saudi-Arabien seinen riesigen Ölreichtum für die Auslagerung des Krieges genutzt, vor allem durch die Rekrutierung von – wie sudanesische Soldaten sagen – Zehntausenden Kämpfern, die verzweifelte Überlebende des Konflikts in Darfur sind, viele von ihnen Kinder. Seit fast 4 Jahren kämpften nahezu 14.000 sudanesische Milizsoldaten im Jemen zusammen mit der lokalen Miliz, die mit den Saudis verbündet ist. Dies geht aus mehreren Aussagen von zurückgekehrten sudanesischen Kämpfern sowie von sudanesischen Abgeordneten hervor, die versuchen, ihre Landslseute aufzuspüren. Hunderte davon sind vorsichtigen Schätzungen nach gestorben.

Fast alle sudanesischen Kämpfer scheinen aus der kampfzerstörten und verarmten Region Darfur zu stammen, wo in einem Dutzende Jahre andauernden Konflikt um schwindendes Ackerland und andere knappe Ressourcen ca. 300.000 Menschen ums Leben kam und 1,2 Millionen Menschen heimatvertrieben wurden. Die meisten gehören zu den paramilitärischen Rapid Support Forces, einer Stammesmiliz, die früher als Janjaweed bekannt war. Deren Kämpfer wurden für die systematische Vergewaltigung von Frauen und Mädchen, wahllose Tötungen und andere Kriegsverbrechen während des Konflikts in Darfur verantwortlich gemacht. Veteranen, die an diesen Schrecken beteiligt waren, leiten nun ihren Einsatz in Jemen – allerdings in einer formelleren und strukturierteren Kampagne.

Einige Familien sind so gierig auf das Geld, dass sie Milizsoldaten bestechen, damit ihre Söhne kämpfen können. Viele sind zwischen 14 und 17 Jahre alt. In Interviews sagten fünf Kämpfer, die aus dem Jemen zurückgekehrt sind und ein weiterer, der gerade ausreisen wollte, dass mindestens 20 Prozent ihrer Einheiten aus Kindern bestehen. Zwei sagten, Kinder machen mehr als 40 Prozent aus.“ (David D. Kirkpatrick: „On the Front Line of the Saudi War in Yemen: Child Soldiers From Darfur“)

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