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Paris bekommt ein Terror-Museum

Beim Bataclan erinnert seit vergangenen Herbst ein Gedenkstein an die Opfer des Terroranschlags vom 13. November 2015. (© imago images/Hans Lucas)
Beim Bataclan erinnert seit vergangenen Herbst ein Gedenkstein an die Opfer des Terroranschlags vom 13. November 2015. (© imago images/Hans Lucas)

Kein anderes europäisches Land wurde jüngst vom Terror so schwer getroffen wie Frankreich. Ein neues Museum wird sich dem widmen.

Gaëlle Fournier, The New York Times

Kein anderes Land in Westeuropa hat im letzten Jahrzehnt so sehr unter dem Terrorismus gelitten wie Frankreich. Mit mehr als 50 Anschlägen, bei denen fast 300 Menschen getötet wurden – darunter Dutzende von Kindern und Jugendlichen – hat die Nation die Hauptlast einiger der schlimmsten Anschläge in Europa getragen.

Nun plant Frankreich, diesem kollektiven Leid mit einem neuen Museum ein Denkmal zu setzen, das die Entwicklung des Terrorismus über die Jahrhunderte hinweg nachzeichnet, einschließlich der Anschläge auf die Büros des Satiremagazins Charlie Hebdo und die Konzerthalle Bataclan in Paris, die das Land in den letzten Jahren tief erschüttert haben.

Ein mutiger Schritt, wenn man bedenkt, dass das Land noch immer mit dem Trauma dieser Angriffe zu kämpfen hat, mit Opfern, deren physische und psychische Wunden noch immer frisch sind. Erst im vergangenen Herbst gab es eine Reihe neuer Anschläge, darunter die Enthauptung von Samuel Paty, einem Geschichtslehrer, der in einem Kurs über Meinungsfreiheit Karikaturen des Propheten Mohammed gezeigt hatte.

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Zusätzlich zu den Todesopfern wurden seit 2012 fast 1.000 Menschen bei Anschlägen verwundet. (…)

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron versprach im September 2018, ein Gedenkmuseum zu schaffen, um die Opfer von Terroranschlägen „in den Mittelpunkt unserer Erinnerungen“ zu stellen. Das neue Museum soll bis 2027 im Raum Paris eingeweiht werden. Es soll zeigen, wie Frankreich und andere vom Terrorismus betroffene Länder in den letzten 50 Jahren auf Anschläge reagiert haben, mit besonderem Augenmerk auf die Widerstandskraft ihrer Bevölkerung. (…)

Die zukünftige Gedenkstätte wird die Namen der Opfer von Terroranschlägen in Frankreich und der französischen Opfer von Anschlägen im Ausland auflisten. Sie wird einen Zeitraum abdecken, der mit dem Jahr 1974 beginnt, dem Jahr, in dem Carlos der Schakal den Bombenanschlag auf eine Pariser Drogerie verübte und in dem Frankreich begann, den Opfern von Terroranschlägen eine „Anerkennungsmedaille“ zu verleihen.

Inspiriert von Gedenkmuseen auf der ganzen Welt, wie z.B. dem 22. Juli Zentrum in Oslo, haben die Zuständigen damit begonnen, Objekte und Dokumente zu identifizieren, die ausgestellt werden könnten, wie z.B. Textnachrichten von Opfern, versiegelte Gerichtsakten und Gedichte und Zeichnungen, die an temporären Gedenkstätten hinterlassen wurden.

(Aus dem Artikel „A Painful Project for France: A Museum on the Ravages of Terrorism“, der in der New York Times erschienen ist. Übersetzung von Florian Markl.)

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