Mit Iran verbündeter Milizenführer droht Israel vom Libanon aus

„Der prominente irakisch-schiitische Milizenführer ist eindeutig zu erkennen. Er steht Seite an Seite mit Terroristen der libanesischen Hisbollah und spricht vom Libanon aus an dessen nördlicher Grenze Drohungen gegen Israel aus. ‚Ich bin hier mit meinen Brüdern von der Hisbollah’, erklärt Qais al-Khazali, der in Bagdad geborene Anführer der im Irak ansässigen Asaid Ahl al-Haq-Miliz. ‚Wir erklären, dass wir bestens vorbereitet und bereit sind, und gemeinsam mit dem libanesischen Volk uneingeschränkt für die Sache der Palästinenser einstehen.’ Der in einem vor kurzem auf YouTube veröffentlichten Video dokumentierte Besuch Al-Khazalis stellt die jüngste Drohgebärde gegen den jüdischen Staat entlang seiner nördlichen Grenze dar und spiegelt das aggressivere Vorgehen wider, das die vom Iran unterstützten Stellvertretermilizen zur Zeit auf der ganzen Strecke von Teheran bis Beirut ungehindert entfalten können.

Al-Khazalis antiisraelische Bemerkungen sind Teil einer umfassenderen vom Iran unterstützten Agenda, die die ganze Region bedroht und in Washington und bei seinen sunnitisch-arabischen Verbündeten wie Saudi-Arabien mit großer Sorge beobachtet wird. Die offen zur Schau gestellten Verbindungen zwischen Asaib Ahl al-Haq und der Hisbollah sind ein Beispiel dafür, wie der zunehmends durchsetzungsfähige Iran seine Stellvertretermilizen einsetzt, um seinen Einfluss auszudehnen und seine Gegner in der gesamten Region zu untergraben. (…) Al-Khazali symbolisiert besonders deutlich die Verschiebung [des iranischen Interesses in Richtung Israel angesichts des endenden Syrienkriegs], denn er spielte in der Vergangenheit bei der Bekämpfung der US-amerikanischen Militärpräsenz im Irak eine maßgebliche Rolle, bevor er sich als dem islamischen Regime in Teheran verbundener Politiker neu erfand. Der libanesische Ministerpräsident Saad Hariri verurteilte den Besuch Al-Khazalis scharf. Seine Aktivitäten im Libanon seien ‚militärischer Natur’ und illegal. (…)

Qais al-Khazali

Im Irak baute Al-Khazali enge Beziehungen zum Kommandanten der Quds-Einheit des iranischen Korps der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) Qasem Soleimani auf und griff gezielt die amerikanischen Streitkräfte an, die versuchten, die nach dem Sturz Saddam Husseins ausgebrochene konfessionelle Gewalt einzudämmen. Nach einem Angriff, bei dem im März 2007 in Karbala fünf Amerikaner getötet wurden, wurde Al-Khazali gefangen genommen und war bis 2009 inhaftiert. Dann wurde er Berichten zufolge stillschweigend gegen Peter Moore, einen von seiner Miliz entführten britischen Computerfachmann, ausgetauscht. Die Partei des irakischen Ministerpräsident Nouri al-Maliki begrüßte Al-Khazalis Rückkehr als ‚Teilnehmer am politischen Prozess’ und seine Miliz spielte unter Al-Maliki bei der zwangsweisen Befriedung arabischer Gebiete im Irak, in denen es zu Unruhen gekommen war, eine maßgebliche Rolle.

Seit dem spektakulären Aufstieg des Islamischen Staats im Jahre 2014 gehört Al-Khazali der als Volksmobilisierung bekannten Hashd al-Shaabi an, die Seite an Seite mit der irakischen Regierung und der von den USA angeführten Koalition gekämpft hat, um den Islamischen Staat aus Mosul und anderen Hochburgen im Irak zu vertreiben. Diese Milizen wurden 2016 als offizielle Streitkräfte den von Bagdad kontrollierten irakischen Sicherheitskräften eingegliedert. (…) Als Präsident Trump Jerusalem vergangene Woche als Hauptstadt Israels anerkannte, warnte Al-Khazali, die Anerkennung Jerusalems ‚als Hauptstadt des zionistischen Gebildes ist der Anfang vom Ende des rassistischen israelischen Projekts’.“ (Seth J. Frantzman: „Iraqi Shiite militia leader carries Iran’s proxy battle to Israel’s border“)

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