Jüdische Abgeordnete erhalten Leibwächter für Labour-Parteitag

„Angesicht wachsender Sorgen um ihre Sicherheit angesichts des Antisemitismusstreits, in den die Labour Party und Jeremy Corbyn verstrickt sind, erhalten jüdische Abgeordnete beim Parteitag im September Leibwächter. Dieser Schutz wird jenen Abgeordneten angeboten, die in den sozialen Medien von Anhängern Corbyns gemobbt worden sind. Zuvor hatte Luciana Berger erklärt, sie fühle sich nach dem Bekanntwerden eines Videos, in dem Corbyn sich offenbar ausländerfeindlich über ‚Zionisten‘ äußert, denen der Sinn für englische Ironie abgehe, in ihrer eigenen Partei ‚nicht mehr willkommen‘. Die Abgeordnete für Liverpool Wavertree gab an, Corbyns Äußerungen in der 2013 gehaltenen Rede seien ‚unentschuldbar‘. Wie die Mail am Sonntag berichtete, habe das Jewish Labour Movement sich mit der jüdischen Selbstschutzorganisation Community Security Trust (CST) in Verbindung gesetzt, um den Schutz der jüdischen Abgeordneten während des Parteitags in Liverpool zu gewährleisten. ‚Die Lage auf dem Parteitag wird besonders angespannt sein, da ein Großteil der schlimmsten antisemitische Ausfälle im Internet von Brennpunkten an der Mersey stammt‘, so eine Quelle. ‚Der CST ist dabei, die Sicherheitsanforderungen umfassend zu ermitteln. Es bestehen sehr ernste Sorgen wegen der Sicherheitslage.‘ (…)

Ein Sprecher Corbyns bestritt, dass dessen Äußerungen anstößig gewesen seien: ‚Er bezog sich auf eine Gruppe proisraelischer Aktivisten, die eine Rede des palästinensischen Botschafters bei einer Veranstaltung zur Besatzung des Westjordanlands missverstanden und daraufhin kritisiert hatten.‘ Corbyn versuchte anschließend selbst, seine Bemerkungen zu erläutern, und veröffentliche Freitagabend nach Anbruch des Sabbat eine Erklärung. Es sei ihm darum gegangen, ‚den palästinensischen Botschafter gegen meines Erachtens absichtliche Fehldarstellungen in Schutz zu nehmen‘, die von Leuten gekommen seien ‚für die Englisch, im Gegensatz zum Botschafter, die erste Sprache ist‘. ‚Diese proisraelischen Aktivisten beschrieb ich im korrekten politischen Sinn als Zionisten. Ich setzte den Begriff nicht als Euphemismus für Juden im Allgemeinen ein. Das geht aus dem Rest meiner Rede an jenem Tag auch eindeutig hervor‘, so Corbyn weiter. ‚Inzwischen gehe ich mit der Bezeichnung »Zionist« sorgsamer um, weil die einstige politische Selbstbezeichnung von Antisemiten zunehmend als Code für Juden im Allgemeinen eingesetzt wird.‘

Die Konservative Partei hat gegen Corbyn eine offizielle Beschwerde bei der parlamentarischen Aufsichtsbehörde für das angemessene Verhalten der Abgeordneten eingereicht. Sie solle untersuchen, ob Corbyn das Unterhaus in Verruf gebracht habe.“ (Rosa Doherty: „Jewish MPs will be offered bodyguards at Labour conference“)

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