Wo Kinder aus der Schule in den Krieg geschickt werden

„Der Jugendminister der aufständischen Gegenregierung im kriegsgebeutelten Jemen hat vorgeschlagen, den Schulbetrieb für ein Jahr einzustellen und die Schüler und Lehrer an die Front zu schicken. Hassan Zaid, Minister für Jugend und Sport in der Administration der vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen, schlug vor, die Schüler und Lehrer könnten bewaffnet werden. ‚Könnten wir die Reihen nicht um Hunderttausende [Kämpfer] stärken und die Schlacht gewinnen?’ fragte er auf Facebook. Der Jemen ist durch den Krieg zwischen den Huthi-Rebellen, die die Hauptstadt Sana’a kontrollieren, und der international anerkannten Regierung von Präsident Abedrabbo Mansour Hadi, die von einer von den Saudis angeführten Koalition gestützt wird, verwüstet worden. (…)

Ein Lehrerstreik in dem von den Aufständischen beherrschten Teil des Landes wegen der seit etwa einem Jahr nicht gezahlten Gehälter hat den Beginn des Schuljahres um zwei Wochen verzögert. Als die Schulen am Sonntag aufmachten, waren die Klassenzimmer weitgehend leer. In den sozialen Medien hagelte es verärgerte Reaktionen auf den Vorschlag des Ministers. ‚Wie wäre es, wenn wir die Schüler lernen ließen und die Minister und ihre Leibwächter an die Front schickten?’ hieß es etwa. ‚Das wäre ein Sieg und verspräche eine gedeihliche Zukunft.’ Zaid kritisierte diejenigen, die sich über seinen Vorschlag beschwerten. ‚Die Leute schließen die Schulen unter dem Vorwand eines Streiks, doch wenn wir uns überlegen, welchen Nutzen diese Situation haben könnte, sind sie beleidigt’, erklärte er.“ (Bericht im Guardian: „Close schools and send our children to war, urges Yemeni minister“)

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