Israels Luftwaffe in der Lage, S-300 in Syrien erfolgreich anzugreifen

„Der Nachrichtenagentur TASS zufolge ist die trotz israelischer und US-amerikanischer Bedenken erfolgte russische Lieferung des Boden-Luft-Raketensystems vom Typ S-300 an das syrische Militär abgeschlossen worden. Bei einem von Rosiya 24 TV übertragenen Treffen berichtete Verteidigungsminister Sergej Schoigun Präsident Wladimir Putin, dass ‚der Vorgang gestern abgeschlossen wurde’. Das System werde die Sicherheit der russischen Truppen in Syrien erhöhen.

Israel erklärte unterdessen, die Waffenlieferung werde den Syrienkrieg anheizen und zu einer Eskalation führen. Ein israelischer Regierungsvertreter hatte vergangene Woche erklärt, die Luftabwehrraketen vom Typ S-300 stellten für Israel eine ‚komplexe Herausforderung‘ dar. ‚Wir setzen uns auf verschiedenen Wegen damit auseinander, dabei geht es nicht unbedingt darum, die Lieferung zu verhindern.‘ Im April hatte Verteidigungsminister Avigdor Liberman ziemlich eindeutig erklärt, dass Israel aus Russland stammende Luftabwehrsysteme vom Typ S-300 angreifen würde, sollten diese gegen Israel eingesetzt werden. ‚Soviel sollte klar sein: Wenn jemand auf unsere Flieger schießt, werden wir sie zerstören‘, meinte Liberman in einem Interview mit der israelischen Webseite Ynet. ‚Für uns ist entscheidend, dass die Abwehrsysteme, die die Russen an Syrien liefern, nicht gegen uns eingesetzt werden. Falls doch, werden wir gegen sie vorgehen.‘ Israel hat in den letzten Jahren wiederholt Ziele in Syrien angegriffen, zuletzt im September in der Provinz Latakia. Dabei schoss das syrische Militär einen russischen Spionageflieger ab, wobei 15 Menschen getötet wurden. Außerdem bereitet sich die israelische Luftwaffe seit langem darauf vor, Waffensysteme wie die vom Typ S-300 zu zerstören. Allerdings wurde bislang stets davon ausgegangen, es werde sich um iranische Luftabwehrsysteme handeln.

Seit 2000 führt Israel einmal im Jahr in aller Stille Ausbildungs- und Testmanöver zur Zerstörung von Raketensystemen durch, die Russland im Nahen Osten eingesetzt hat. Die israelische Luftwaffe hat mit Griechenland und Bulgarien zusammen gemeinsame Übungen abgehalten, um sich auf die Möglichkeit vorzubereiten, gegen das Boden-Luft-Raketensystem vom Typ S-300 vorgehen zu müssen. Dem Sender i24news.tv zufolge ging es bei den Übungen darum herauszufinden, ob das System vom Typ S-300 Ziele fixiere, Informationen über seinen Verfolgungsradar zu sammeln und auszutesten, ob das System gesperrt oder ausgetrickst werden könne. Auf der Webseite The Aviationist wurde ebenfalls berichtet, dank der Übung in Griechenland verfüge die israelische Luftwaffe über wichtige Informationen über das russische SAM-System. Zudem habe sie die Gelegenheit gehabt, ihre Ausweichtaktiken bei simulierten Angriffen auf von S-300-Stellungen verteidigte Ziele auszuprobieren und zu verbessern. Auch habe Israel weitere Tarnkappenjäger vom Typ F-35 Adir erhalten, die eine außerordentlich geringe Radarsignatur hätten und daher tief in feindliches Gebiet vordringen könnten, ohne bemerkt zu werden, und selbst hochentwickelten Luftabwehrsystemen wie den russischen vom Typ S-300 und S-400 ausweichen könnten.“ (Bericht auf Defence Blog: „Israel ready to hit Russian S-300 missile systems in Syria“)

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