Iranisches Regime verfolgt Kurden, die gegen den IS gekämpft haben

„‚Malek war ein großartiger Kerl. Er war immer fröhlich. Als ich hörte, dass er getötet worden war, kamen mir die Tränen. Es hat mich wirklich mitgenommen‘, so erinnert sich einer der Männer, der Seite an Seite mit dem bei seinen Freunden und Kameraden in der Kurdischen Freiheitspartei (PAK) als Malek bekannten Said Kazim Kalhur gekämpft hatte. Die kleine Gruppe entschlossener Kämpfer der PAK spielte an der kurdischen Front gegen den Islamischen Staat zwischen 2014 und 2017 wiederholt eine entscheidende Rolle. Nun sind den Angaben der Gruppe zufolge einige Veteranen jenes Kampfes vom iranischen Regime entführt und getötet worden. Der PAK hatten sich Kurden aus dem Iran angeschlossen, die vor der Unterdrückung in der Islamischen Republik geflohen waren und in Irakisch Kurdistan Zuflucht gefunden hatten. Der PAK zufolge sind in Laufe des letzten Monats vier ihrer Angehörigen ins Visier Teherans geraten. Malek wurde vergiftet. Der Umweltaktivist Arman Ghafouri wurden gefoltert und getötet. Zwei weitere Aktivisten, die in den kurdischen Teil des Iran zurückgekehrt waren, wurden vom Regime entführt. Ihnen wurde vorgeworfen, die Unruhen und Proteste unterstützt zu haben, von denen mehrere kurdische Städte in den letzten Monaten erschüttert wurden. (…)

Einer Erklärung der Gruppe zufolge war Malek in den Westen des Iran zurückgekehrt, um seine Angehörigen zu besuchen. ‚Er wurde am 3. März gefangen genommen und dem Geheimdienst übergeben. Auch nach unzähligen Verhören und wiederholter Folter war er nicht bereit, Informationen preiszugeben oder mit dem Regime zusammenzuarbeiten.‘ Schließlich wurde ihm ein Becher vergifteten Wassers verabreicht. ‚Am 9. August waren zwei Angehörige der PAK auf dem Weg in die Nähe von Saqqez, um zwei ihrer verwundeten Kämpfer zu retten‘, als sie vom iranischen Korps der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) gefangen genommen worden seien, hieß es weiter.

In den letzten Monaten haben zahlreiche kurdische Gruppen ebenso wie andere Bevölkerungsgruppen sich im Iran zunehmends an Protesten gegen das Regime beteiligt. Diese Proteste finden vor dem Hintergrund der Demonstrationen statt, die sich im Dezember in dem Land ausbreiteten, sowie der Sanktionen, die die USA gerade wieder in Kraft zu setzen. Landesweit haben diverse wirtschaftliche Missstände und der Ärger über die Unterdrückung von Minderheiten wie der kurdischen Proteste ausgelöst. Das IRGC bekämpft kurdische Gruppen, in denen es eine Gefahr erblickt. Die PAK meint, ihre Angehörigen seien ins Visier geraten, weil sie während des mehrjährigen Kriegs gegen den Islamischen Staat gut ausgebildet worden seien und sich darauf vorbereiten, in den Iran zurückzukehren, um das Regime zu bekämpfen. (…) Der Kommandeur der PAK Hussein Yazdanpanah hat sich stets eindeutig gegen die vom Iran kontrollierten schiitischen Milizen im Irak und die iranische Theokratie gestellt, weswegen Teheran die PAK auch innerhalb des Iran als eine Bedrohung ansieht.“ (Seth J. Fratzman: „Kurds who fought ISIS, now hunted by Iran’s regime“)

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