Dilemma: Humanitäre Hilfe für Syrien hilft, Assad-Regime zu stützen

„Am Dienstag [begann] in Brüssel eine dreitägige Geberkonferenz für Syrien. Dort beraten Vertreter verschiedener Uno-Organisationen, der EU, der Nachbarstaaten Syriens und zahlreicher Hilfsorganisationen über Hilfe für Flüchtlinge innerhalb Syriens und in den Nachbarländern. 6,2 Millionen Syrer sind Vertriebene im eigenen Land, 5,6 Millionen Syrer seit 2011 ins Ausland geflüchtet. (…)

Die Hilfsorganisationen beklagen vor der Brüsseler Konferenz ein Dilemma. Einerseits sind Millionen Syrer von ausländischer Hilfe abhängig. Andererseits trägt jeder Euro, der in Gebiete unter Kontrolle des Regimes fließt, dazu bei, die Assad-Diktatur zu stützen. Hilfsorganisationen wie Oxfam und der Norwegische Flüchtlingsrat räumen selbst ein, dass das Regime den Helfern vielerorts freien Zugang zu notleidenden Gebieten verweigert oder verzögert. Syrische Oppositionelle beklagen, dass Uno-Organisationen in Regimegebieten Aufgaben des Staates übernommen haben – dadurch kann das Regime seine Ressourcen darauf konzentrieren, die letzten Gebiete unter Kontrolle der Aufständischen zurückzuerobern.

So hat in den vergangenen Tagen das syrische Militär mit Unterstützung der russischen Armee seine Angriffe auf die nordsyrische Provinz Idlib verschärft. Allein am Wochenende wurden bei Luftangriffen in der Region vier Zivilisten getötet, seit Jahresanfang zählten Mediziner mindestens 116 zivile Todesopfer. Im September hatten die Türkei und Russland die Schaffung einer sogenannten Deeskalationszone in Idlib vereinbart. Seither haben allerdings die Dschihadisten der Terrormiliz HTS ihre Vorherrschaft in der Region ausgebaut. Moskau hat Ankara wiederholt aufgefordert, die Islamisten zu entmachten – andernfalls sei die gewaltsame Rückeroberung der Region unvermeidlich.“

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