Assad-Offensive in Südsyrien: Jordanien warnt vor neuer Flüchtlingskrise

„Im Vorfeld einer Offensive regimetreuer syrischer Streitkräfte in dem von Aufständischen gehaltenen Süden des kriegsgebeutelten Landes hat Jordanien erklärt, es könne keine weiteren syrischen Flüchtlinge aufnehmen. ‚Angesichts der vielen Syrer, die bereits bei uns untergekommen sind, sind wir finanziell und logistisch nicht imstande, eine weitere Welle von Asylbewerbern aufzunehmen‘, erklärte die Medienministerin des Landes Jumana Ghanimat AFP gegenüber. Rund 650.000 syrische Flüchtlinge haben sich seit ihrer Flucht vor dem 2011 durch friedliche Proteste gegen die Regierung ausgelösten, inzwischen seit sieben Jahren andauernden Krieg in Jordanien bei der UNO registriert. Amman geht davon aus, dass die wirkliche Zahl eher bei 1,3 Millionen liegt und erklärt, es habe bislang mehr als $10 Milliarden für ihre Aufnahme und Betreuung ausgegeben. (…)

Syrische Regierungsstreitkräfte bereiten sich unterdessen auf eine Offensive vor, um die südliche Provinzen Daraa und Quneitra und Teile Sweidas, die weitgehend von Aufständischen kontrolliert werden, zurückzuerobern. Der Süden Syriens ist von entscheidender strategischer Bedeutung. Es grenzt an Jordanien und an die von Israel besetzten Golanhöhen und auch Damaskus ist nicht weit.

Nachdem er im Frühjahr die Hochburgen der Aufständischen am Rande der Hauptstadt zurückeroberte, wendet Präsident Bashar al-Assad sich nun dem Süden zu. In den letzten Wochen haben syrische Regierungsstreitkräfte Flugblätter über Daraa und Quneitra abgeworfen, in denen sie ihre bevorstehende Offensive ankündigten und die Aufständischen aufforderten, sich zu ergeben. ‚Jordanien steht in engem Kontakt mit Washington und Moskau, um das Deeskalationsabkommen im Süden Syriens zu wahren‘, so Ghanimat. Sie erklärte, das Königreich verfolge ‚die gegenwärtigen Entwicklungen im Süden Syriens, um eine Lösung zu finden, die sowohl die Interessen Jordaniens an der Grenze als auch die der zahlreichen Asylbewerber wahrt‘. Die UNO hatte vergangenen Donnerstag davor gewarnt, dass von einer Eskalation in Südsyrien erhebliche Gefahren für die schätzungsweise 750.000 Zivilisten in dem von den Aufständischen kontrollierten Gebiet ausgehen würden.“ (Bericht auf Middle East Eye: „Jordan ‚unable‘ to host new wave of refugees from southern Syria“)

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