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Antisemitismus bleibt Antisemitismus, auch wenn er subkutan verabreicht wird

Alles bloß berechtigte Kritik am jüdischen Staat?
Alles bloß berechtigte Kritik am jüdischen Staat? (© Imago Images / ZUMA Wire)

Wenn die Betonung von rechtem Judenhass die Kritik an linkem, islamischem und israelbezogenem Antisemitismus desavouieren möchte.

Thomas Eppinger, Standard

Dass die christlich-jüdische Geschichte des Abendlandes auch dadurch gekennzeichnet war, dass die einen die anderen jahrhundertelang verleumdet, verfolgt, vertrieben und ermordet haben, dürfte bei der Mehrheit der Bevölkerung zum Allgemeinwissen gehören. Und die Erkenntnis, dass es in Österreich Antisemitismus gibt, ist noch älter als der Witz, mit dem Hanno Loewy seinen „Kommentar der anderen“ über die „Mär vom christlich-jüdischen Abendland“ schmückt, der am 26. September im STANDARD erschienen ist. Eine Antwort auf die Frage, inwiefern der autochthone Antisemitismus den „importierten“ weniger gefährlich machen sollte, bleibt der Autor jedoch schuldig. (…)

„Es wird viel über den rechten Antisemitismus geredet, und natürlich gibt es auch einen ausgeprägten muslimischen Antisemitismus, doch der israelbezogene Antisemitismus wird zwar benannt, aber oft ignoriert.Für mich aber in meiner täglichen Arbeit ist das der Antisemitismus, der meinen Alltag am meisten prägt“, erzählte mir der Präsident der Jüdischen Gemeinde Graz, Elie Rosen, in einem Interview nach den Attacken auf die Grazer Synagoge und seine Person. Nicht nur, dass Loewy diesen Antisemitismus nicht benennt, er nährt ihn auch noch. Er kann gar nicht anders, als den „jüdischen Staat“ unter Anführungszeichen zu setzen (…)

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Dass Loewy am Ende den deutschen Antisemitismusbeauftragten Felix Klein diffamiert, passt ins Bild. Hatte sich dieser doch gegen den Soziologen Achille Mbembe gestellt, der gemeinsame Sache mit der antisemitischen Israel-Boykott-Bewegung BDS gemacht und Israel als schlimmeren Apartheidstaat als Südafrika verleumdet hatte.

Die „jüdischen und israelischen Intellektuellen“, die Loewy bei seinem Angriff ins Treffen führt, haben ein gemeinsames Geschäftsmodell: sich Antisemiten als Kronzeugen anzudienen. Eine Karriere, die auch Hanno Loewy offenstünde.

(Aus dem Artikel „Die Mär von „linksliberalen“ Israel-Kritikern“, der im Standard erschienen ist.)

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