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Ehemaliger saudischer Geheimdienstchef: „Palästinensiche Führer sind Versager“

Der ehemalige saudische Geheimdienstchef Bandar bin Sultan bei seinem Fernsehinterview
Der ehemalige saudische Geheimdienstchef Bandar bin Sultan bei seinem Fernsehinterview (Quelle: Screenshot Youtube)

Bandar bin Sultan sagt in einem Fernsehinterview, dass die palästinensischen Führungen alle Gelegenheiten versäumt hätten, eine Einigung mit Israel zu erzielen.

Times of Israel

Palästinensische Führer sind „Versager“, die immer wieder Gelegenheiten für eine Einigung mit Israel verpasst haben, und die sich mit den Feinden Saudi-Arabiens verbünden, sagte der ehemalige saudische Geheimdienstchef Bandar bin Sultan in einem Interview mit dem saudischen Fernsehsender al-Arabiya TV, das am Montag ausgestrahlt wurde.

„Die palästinensische Sache ist eine gerechte Sache, aber ihre Befürworter sind Versager. Die israelische Sache ist eine ungerechte Sache, aber ihre Befürworter sind erfolgreich. Das fasst die Ereignisse der letzten 70 oder 75 Jahre zusammen“, sagte bin Sultan.

Bin Sultan diente über 30 Jahre lang als saudischer Botschafter in Washington sowie nach seiner Rückkehr nach Riad in mehreren hochrangigen Geheimdienstpositionen. Von 2012 bis 2014 leitete er die saudi-arabischen Sicherheitsdienste und leitete über ein Jahrzehnt lang auch den Nationalen Sicherheitsrat Saudi-Arabiens.

In einem vernichtenden 40-minütigen Vortrag samt Archivmaterial auf Al-Arabiya diskutierte bin Sultan die Geschichte der saudisch-palästinensischen Beziehungen. Er kritisierte die palästinensische Führung scharf dafür, dass sie seiner Ansicht nach wiederholt Gelegenheiten verpasst habe, eine Einigung mit Israel zu erzielen, und dass sie saudische Hilfe in Anspruch genommen habe, während sie den politischen Rat der Saudis ignorierte.

„Ich glaube, dass wir in Saudi-Arabien, unserem guten Willen gemäß, immer für sie da waren. Wann immer sie um Rat und Hilfe baten, gaben wir ihnen beides, ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Sie aber nahmen die Hilfe an und ignorierten den Rat. Danach haben sie versagt und sich wieder an uns gewandt, und wir haben sie wieder unterstützt, ungeachtet ihrer Fehler«, sagte bin Sultan. „Wir gingen als Staat sogar noch weiter und rechtfertigten vor der ganzen Welt die Aktionen der Palästinenser, obwohl wir wussten, dass sie nicht gerechtfertigt waren, aber wir wollten uns mit niemandem gegen sie stellen.“

Die Äußerungen des Ex-Spionagechefs spiegeln die wachsende Enttäuschung über die palästinensische Führung in Saudi-Arabien sowie die sich erwärmenden Beziehungen zwischen dem Königreich und dem jüdischen Staat wider. (…)

Bin Sultan warf dem verstorbenen Palästinenserführer Jassir Arafat vor, dass es ihm an politischem Mut gefehlt habe, die Abkommen von Camp David zu akzeptieren. Er sagte, selbst Arafat habe zugegeben, dass deren Bestimmungen besser gewesen seien als die Abkommen von Oslo, die er 1995 mit Israel unterzeichnete hatte. „Ich dachte mir, er hätte ein Märtyrer sein und sein Leben geben können, um Millionen Palästinenser zu retten“, sagte bin Sultan. (…)

Bin Sultan bemerkte, dass die konsequente saudische Hilfe für die palästinensischen Führer dazu geführt haben könnte, dass sie den Beistand der Golfstaaten als selbstverständlich ansehen. „Ich glaube, [unsere Unterstützung] hat auf ihrer Seite ein Gefühl der Indifferenz erzeugt, und sie sind zu der Überzeugung gelangt, dass sie keinen Preis zahlen müssten für Fehler, die sie gegenüber der saudischen Führung oder dem saudischen Staat oder den Führungen der Golfstaaten begehen“, sagte bin Sultan.

Der ehemalige saudische Spionagechef beschuldigte die palästinensische Führung auch, sich mit dem Iran und der Türkei gegen die konservativen Golfmonarchien zu verbünden.

(Aus dem Artikel „Former Saudi spy chief: Palestinian leaders have been ‘failures’ for 70 years“, der in der Times of Israel erschienen ist. Übersetzung von Alexander Gruber.)

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