Was wurde aus den ausländischen Kämpfern des Islamischen Staates?

„Schätzungsweise 40.000 Menschen reisten aus der ganzen Welt an, um für den Islamischen Staat die Waffen zu ergreifen, als er Teile Syriens und des Iraks eroberte und dort im Jahr 2014 sein Kalifat ausrief. Es wird vermutet, dass einige hundert weiterhin am Überlebenskampf des Islamischen Staats, nun da er sein Territorium weitgehend an vom Westen unterstützte syrische und irakische Koalitionen verloren hat, beteiligt sind. Doch was ist mit den übrigen geschehen?

Etliche tausend wurden gewiss in den heftigen Kämpfen getötet. US-amerikanische Experten gehen dennoch davon aus, dass viele überlebt haben. Sie stellen eine erhebliche künftige Bedrohung dar. ‚Die Frage ist: Wie viele sind gestorben? Wie viele sind noch dort und weiterhin bereit zu kämpfen? Wie viele sind woanders hingegangen, um dort zu kämpfen?’ fragte Seth Jones, der Direktor des International Security and Defense Policy Centre der Rand Corporation. ‚Wie viele haben aufgegeben? Wir wissen es einfach nicht.’ Internationale Terrorabwehrgruppen unternehmen gewaltige Anstrengungen, um diese Fragen zu beantworten und die ausländischen Kämpfer des Islamischen Staats zu identifizieren, zu zählen und aufzuspüren. (…) Der Terrorismusexperte Bruce Hoffman von der Georgetown University schätzte am Mittwoch bei einer Konferenz dass ‚Tausende’ aus dem Kriegsgebiet geflohen seien. ‚Manche von ihnen halten sich jetzt wahrscheinlich im Balkan auf, wo sie sich vorerst bedeckt halten werden und auf die Gelegenheit warten, das restliche Europa zu infiltrieren’, erklärte er. Manche sind an andere dschihadistische Fronten gewechselt, so Thomas Sanderson vom Transnational Threats Project des Center for Strategic and International Studies. (…)

Die Niederlage des Islamischen Staats auf dem Schlachtfeld in Syrien und im Irak ging nicht mit einer Blockade der Fluchtwege einher. Kämpfer des Islamischen Staats konnten sich unter die flüchtenden Zivilisten mischen oder sich mit Schmiergeldern einen Weg in die Türkei bahnen. Viele haben keine andere Wahl, als weiter zu kämpfen: Sie hatten niemals die Absicht, in ihre Heimatländer zurückzukehren, wo ihnen in den meisten Fällen Haft droht, so Jones. ‚Viele dachten nie an eine Rückkehr. Sie wollten auf Dauer in dem Kalifat leben. Daher sehen wir keine größere Aussteigerwelle.’“ (Bericht auf IBC World News: „Islamic State: What happened to all the foreign fighters?“)

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