Was Mohamed Mahmouds Tod über den Islamischen Staat aussagt

„Der Sohn eines Mitglieds der selbsternannten terroristischen Gamaa al-Islamiya Organisation aus Ägypten, [Mohamed] Mahmoud wurde in ein Leben voll von Extremismus geboren. Für nahezu 15 Jahre waren seine Aufhetzung sowie die von ihm unternommene Rekrutierung und Organisation im Fokus von Untersuchungen der westlichen Geheimdienste, die keinen Zweifel daran hatten, dass er einer der gefährlichsten Jihadisten Europas ist. (…) Beamte verhafteten ihn zeitweise mit seiner Frau im Jahr 2007 wegen des ernsthaften Verdachts auf die Planung eines Selbstmordattentats. Er wurde zu 4 Jahren Haft im Gefängnis verurteilt. Diese milde Verurteilung war frustrierend. (…) Ich erklräte damasl, dass Österreich unterschätze, wie gefährlich Mahmoud war – eine Einschätzugng, die die Zukunft bestätigen würde. (…( Ich habe zahllose Stunden, Tage und Nächte damit verbracht, Mahmouds Spuren zu verfolgen und wusste, dass seins extremistische Denkweise niemals einfach so während der 4-jährigen Haftstrafe verschwinden würde. (…)

Tatsächlich wuchs Mahmouds Rockstar-Status unter ISIS noch weiter. Im November 2014 fand sich das westliche Publikum dem Horror ausgesetzt – und ISIS unterstützte es mit Freude –, als Jihadisten auf Twitter Bilder verbreiteten, die Mahmoud neben zwei geköpften Leichen zeigte. Er beschrieb einige Wochen später detailliert, wie man solch eine Terrorattacken ausführen kann. In einer Serie von Tweets, die alles beinhaltete von der Beschaffung einer Pistole bis zur Durchsuchung der Geiseln nach Waffen, forderte zukünftige Attentäter dazu auf, jede Humanität einfach hinter sich zu lassen: ‚Erschieß einfach die Frauen und Männer und hab keine Gnade mit ihnen (…) Wenn jemand versucht wegzurennen, schieß ihm in den Rücken oder den Fuß (…) Zeige keine Schwäche und gehe brutal vor, weil du nicht auf einer Party bist, sondern im Jihad.‘ (…)

Es ist unklar, wann ISIS Mahmoud genau gefangen nahm, obwohl es bereits seit einiger Zeit Gerüchte von ISIS-Insidern gab. Seine Gefangennahme, genau wie die des großmäuligen Briten, Omar Hussain, (Abu Sa’eed al-Britani) und anderer, sind Konfliktstoff für die Utopie des ‚Kalifats‘ ISIS (…) Jedenfalls ist, nachdem die letzten der prominenten ISIS Rekruten aus dem Westen getötet, verhaftet oder geflüchtet sind, ein signifikantes Kapitel der Organisation und der globalen Bedrohung beendet. Es ist schwer, angesichts von Mahmouds Beispiel die Ironie des Ganzen zu ignorieren: Egal wie weit er sich selbst auch in den Fanatismus hineinbegab (…), sein Weg führte nur weiter in den Abgrund – bis sogar die Gruppe, der er sein Leben versprach, ihn in ihrem Fanatismus übertraf. Sein Schicksal beschreibt also nicht nur die Geschichte eines Mannes, sondern gibt einen ernüchternden Blick auf das grenzenlose Böse, dem die Welt in Form von ISIS gegenübersteht.“ (Bericht des Insite Blog: „How Europe’s Most Notorious Jihadi Still Wasn’t Extreme Enough for ISIS“)

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