Was die Hisbollah-Spendenboxen über die iranische Wirtschaft aussagen

„Die Hisbollah führt gerade eine Spendenaktionen durch und möchte, dass jeder in ihren libanesischen Hochburgen dazu beiträgt. Die Spendenboxen der militanten Gruppe, die jahrelang in den Geschäften in den Beiruter Stadtteilen und in den Städten im Süden platziert wurden, sind jetzt auch an Straßenpfosten befestigt und haben sich stark ausgebreitet. Ein Grund dafür ist der Appell des Hisbollah-Führers Hassan Nasrallah, der eine größere Unterstützung einfordert. ‚Öffentliche Unterstützung ist notwendig,‘ hatte der 58-Jährige Anfang März unverblümt in einer seiner regelmäßigen Fernsehsendung gesagt. Nasrallah weiß genau, dass die Sozialprogramme der Hisbollah und ihre militärischen Operationen im Ausland nicht billig sind. Er erwartet auch die Entscheidung der Trump-Regierung in dieser Woche, die Sanktionen gegen die Ölexporte aus dem Iran, dem wichtigsten Geld- und Militärträger der libanesischen Bewegung, drastisch zu verschärfen. Ein US-Beamter schätzte, dass die Höhe der Hilfsgelder jedes Jahr rund 700 Millionen Dollar betrugen.

Die Vereinigten Staaten kündigten an, dass es keine erneute Ausnahmeregelung mehr geben würde, die es einer Handvoll Länder ermöglichen, beträchtliche Mengen Rohöl aus dem Iran zu kaufen. Diese Entscheidung war Teil des Bestrebens, den Einfluss der Islamischen Republik im gesamten Nahen Osten, von Syrien bis Jemen, zurückzudrängen. Es gibt nur wenige Anzeichen dafür, dass diese Bemühungen erfolgreich sind, und Analysten sagen, dass die jüngsten amerikanischen Maßnahmen den Iran wahrscheinlich nicht dazu zwingen werden, seine Präsenz in den regionalen Konflikten sofort zu verringern. Aber die Schritte werden zu den bereits gewaltigen Herausforderungen beitragen, mit denen die Herrscher des Landes konfrontiert sind, wenn sie versuchen, eine stagnierende Wirtschaft am Laufen zu halten und die Unterstützung für die Verbündeten aufrechtzuerhalten. Daher die Sorge von Nasrallah.

Die US-Sanktionen haben bereits die iranischen Öleinnahmen reduziert und dazu beigetragen, dass der Wert des Rial im letzten Jahr um 60 Prozent gesunken ist. Der Mangel an Fleisch, Medikamenten und in einigen Regionen sogar Benzin breitet sich aus. Die Inflation, die nach dem internationalen Abkommen von 2015, mit dem die iranische Wirtschaft für den Markt geöffnet wurde, deutlich zurückgegangen ist, liegt erneut nahezu bei 40 Prozent. Der Internationale Währungsfonds sagt, dass der Iran sich der schlimmsten Rezession seit 2012 gegenüber sieht , als die unter Barack Obama verhängten US-Sanktionen ihren Höhepunkt erreichten. (…)

Für den Iran ist die Krise im Inland schwieriger, da das herrschende Establishment seit 18 Monaten sporadischen Unruhen ausgesetzt ist, auf Grund des sich immer weiter verschlechternden Lebensstandards, der durch den Währungszusammenbruch hervorgerufen wurde. Es wird mit hoher Wahrscheinlichkeit nur noch schwieriger werden. Trump meint, dass ‚Obama zu weich gewesen wäre,‘ sagte Robert Ford, ein ehemaliger US-Botschafter in Syrien, der jetzt Professor an der Yale University ist. ‚Erwarten Sie nicht weniger amerikanischen Druck, erwarten Sie mehr.‘“ (Dana Khraiche / Arsalan Shahla Hezbollah: „Donation Boxes Show Trump’s Sanctions Are Hurting Iran“)

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