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Warum ignoriert die FIFA den Hass auf Schwule in Katar?

2022 wird die Fußball-WM in Katar stattfinden
2022 wird die Fußball-WM in Katar stattfinden (© Imago Images / Sven Simon)

Es mangelt nicht an triftigen Gründen, die FIFA-Fußball-Weltmeisterschaft 2022 aus dem kleinen Golfstaat Katar in ein anderes Gastgeberland zu verlegen.

Benjamin Weinthal, Gay City News

Die häufig zitierten Argumente für eine Verlegung der WM reichen von der Bestechung von Mitgliedern des Exekutivkomitees des Internationalen Fußballverbandes durch Katar, um die Entscheidung über den Austragungsort des prestigeträchtigen Wettbewerbs zu beeinflussen, über die drückende Hitze, die für untragbare Spielbedingungen sorgt, bis hin zur mangelnden  über Corona-Vorsorge im Golfstaat.

Der drängendste Grund, der Fußballweltmeisterschaft in Katar den Stecker zu ziehen, ist jedoch die homophobe Gesetzgebung des islamischen Regimes, das auf schwule und lesbische sexuelle Aktivitäten abzielt. Das katarische Gesetz besagt, dass Menschen inhaftiert werden können, wenn sie „einen Mann auf irgendeine Weise dazu führen, anstiften oder verführen, Sodomie zu begehen“. Es ist längst überfällig, dass die Sportverbände aufhören, Nationen zu belohnen, die Homosexualität kriminalisieren. Schließlich hat die Welt des Sports in der Olympischen Charta die Menschenrechte als ein grundlegendes Prinzip für Athleten verankert.

Wie die BBC im Jahr 2013 berichtete, legte der Leiter des Teams für die WM-Bewerbung Katars, Hassan al-Thawadi, als Bedingung für die Teilnahme an der Fußballmeisterschaft fest, dass es keine öffentliche Zurschaustellung gleichgeschlechtlicher Zuneigung geben dürfe. Als Antwort auf die Frage eines schwulen Mannes, ob er in Katar willkommen wäre, verteidigte al-Thawadi die homosexuellenfeindlichen Gesetze seines Landes. (…)

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Trotz Katars Behauptung, dass bei der Weltmeisterschaft 2022 „jeder willkommen ist“, war das noch nie die Haltung des Golfstaats gegenüber ausländischen Besuchern. Laut dem Menschenrechtsbericht des US-Außenministeriums wurde dort 1996 ein amerikanischer Bürger wegen „homosexueller Aktivitäten“ zu 90 Peitschenhieben und einer sechsmonatigen Haftstrafe verurteilt. Im folgenden Jahr deportierte das Regime in Katar 36 schwule philippinische Arbeiter.

Im vergangenen November schrieb die Reise-Website Asher & Lyric, dass Katar das zweitgefährlichste Land für die LGBTQ-Gemeinschaft sei. Auf der Top-10-Liste der gefährlichsten Länder für LGBTQ-Touristen standen auch die Islamische Republik Iran, Nigeria, das Königreich Saudi-Arabien und der Jemen. (…)

Die FIFA wusste sicher schon vor der Vergabe der Weltmeisterschaft an Katar, dass das Regime in Doha homosexuelle Handlungen nach der islamischen Scharia mit ein bis drei Jahren Gefängnis, Auspeitschung oder sogar Hinrichtung bestraft. Erschwerend kommt hinzu, dass Katar seine staatlich geförderte Homophobie unvermindert fortsetzt. Das Prestige, den wichtigsten Weltfußballwettbewerb gewonnen zu haben, hat das schwulenfeindliche Verhaltens Katars nicht zum Positiven beeinflusst.

Das Middle East Media Research Institute (MEMRI), eine in Washington ansässige gemeinnützige Organisation, die die Medien in der arabischen und muslimischen Welt beobachtet, übersetzte im Juni den homophoben Artikel einer Medienberaterin des katarischen Außenministeriums, der Homosexualität als schwere Sünde und als unnatürlich bezeichnete (…) und dessen Titel „Halten Sie abartige Ideen von Ihren Kindern fern“ lautete. (…) Der schwulenfeindliche Soziologe Abd al-Aziz Khazraj al-Ansari machte gar libanesische Mädchen, Homosexuelle und plastische Chirurgie im östlichen Mittelmeerland für die Hafenexplosion im August Beirut verantwortlich.

(Aus dem Artikel Strip Qatar’s Homophobic Regime of the 2022 World Cup Now“, der bei Gay City News erschienen ist. Übersetzung von Alexander Gruber.)

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