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Trump hat Israel noch der Zuständigkeit des US Central Command unterstellt

Präsidentenlimousine vor dem Eingang des US Central Command
Präsidentenlimousine vor dem Eingang des US Central Command (© Imago Images / ZUMA Wire)

Was das Pentagon betrifft, liegt Israel ab sofort nicht mehr in Europa, sondern im Nahen Osten.

In einer ihrer letzten Handlungen von außenpolitischer Bedeutung vor der Übergabe der Amtsgeschäfte an das Kabinett von Präsident Joe Biden hat die scheidende US-Regierung unter Präsident Donald Trump Israel neu eingeordnet, was die Zuständigkeit der Militärbefehlshaber betrifft.

Wie das US-Verteidigungsministerium am 15. Januar mitteilte, wird Israel ab sofort in die Zuständigkeit des United States Central Command (CENTCOM) fallen, so wie der Nahe Osten, Ostafrika und Zentralasien. Bislang war das Europäische Kommando für Israel zuständig.

Fußball und Verteidigung

Das hatte einen ähnlichen Grund wie den, aus dem Israel im Fußball an europäischen Wettbewerben teilnimmt, obwohl es in Asien liegt: Als das CENTCOM 1983 unter Präsident Ronald Reagan gegründet wurde, hatte Israel in der Region nur mit Ägypten einen Friedensvertrag, während die anderen arabischen Staaten ihm feindlich gegenüberstanden. Für Syrien und den Irak, die beiden Verbündeten der Sowjetunion, galt das natürlich ohnehin; aber auch eine Kooperation mit amerikanischen Alliierten wie Saudi-Arabien wäre damals nicht denkbar gewesen.

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Dass Israel aus dem Verantwortungsbereich des US-amerikanischen Europäischen Kommandos in den des US-amerikanischen Zentralkommandos verlagert wird, sei ein „Zeichen des sich ändernden politischen Umfelds im Nahen Osten“, heißt es in der Mitteilung des Pentagons.

Denn seit 1983 hat Israel stetig an Akzeptanz in der Region gewonnen: 1994 schloss Jordanien einen Friedensvertrag mit Israel, im letzten Jahr ging es dann Schlag auf Schlag: Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate, Marokko und der Sudan haben uneingeschränkte diplomatische Beziehungen zu Israel aufgenommen.

„Das Nachlassen der Spannungen zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarn nach dem Abraham-Abkommen hat den Vereinigten Staaten eine strategische Gelegenheit geboten, wichtige Partner gegen gemeinsame Bedrohungen im Nahen Osten auszurichten“, so Beamte des Pentagon. „Israel ist ein führender strategischer Partner für die Vereinigten Staaten. Dies wird zusätzliche Möglichkeiten für die Zusammenarbeit mit unseren Partnern des US-amerikanischen Zentralkommandos eröffnen und gleichzeitig eine enge Zusammenarbeit zwischen Israel und unseren europäischen Verbündeten aufrechterhalten.“

Mehr Kooperation

CENTCOM wurde zu einer Zeit gegründet, als der Persische Golf zu einem der explosivsten und geopolitisch wichtigsten Spannungsgebiete der Welt wurde: 1979 hatte Ajatollah Khomeini die Macht im Iran übernommen und eine theokratische Diktatur errichtet. Am 4. November 1979 ließ sein Regime die amerikanische Botschaft in Teheran stürmen und das Botschaftspersonal als Geiseln nehmen. Die Geiselnahme dauerte bis zum 20 Januar 1981.

Am 20. November 1979 besetzten 500 schwer bewaffnete Dschihadisten die Große Moschee in Mekka, Saudi-Arabien. Sie nahmen rund tausend Gläubige als Geiseln und forderten die Einstellung der Beziehungen zu den USA und der Erdöllieferungen. Der Terror an der heiligsten Stätte des Islam wurde damals als eine existenzielle Bedrohung des saudischen Königshauses gewertet, dem wichtigsten Verbündeten der USA am Persischen Golf. Zur selben Zeit wurde die US-Botschaft in Pakistan niedergebrannt.

Dem CENTCOM untersteht eine schnelle Eingreiftruppe, die Rapid Deployment Joint Task Force. Zu den wichtigsten Einsatzzwecken, die auf der CENTCOM-Website aufgeführt sind, gehören: die Abschreckung des Iran; eine Verhandlungslösung im Afghanistankonflikt; das Niederhalten des Islamischen Staates in Syrien und dem Irak; der Schutz vor den Gefahren von Drohnen sowie zu verhindern, dass Flüchtlinge von Terrororganisationen radikalisiert und rekrutiert werden.

Wie die Jerusalem Post berichtet, hätten Pro-Israel-Gruppen in den USA sich seit Jahren dafür eingesetzt, Israel dem CENTCOM zu unterstellen. Der Schritt könnte laut von der Zeitung befragten Analysten Israels Beziehung zu jenen arabischen Ländern festigen, die ihre Beziehungen zum jüdischen Staat in jüngster Zeit normalisiert haben und werde „zu noch mehr Kooperation zwischen Israel und den Golfstaaten gegen die Bedrohung durch den Iran ermuntern“.

Israels Verteidigungsminister Benny Gantz hat die Nachricht folglich begrüßt. Von der neuen Regierung unter Joe Biden habe es bislang noch keinen Kommentar dazu gegeben, schreibt die Jerusalem Post.

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