Nordkorea hilft Syrien bei der Produktion von Chemiewaffen

„Experten der UNO behaupten, Nordkorea habe die syrische Regierung mit Materialien beliefert, die bei der Produktion von Chemiewaffen eingesetzt werden könnten. Die Vereinigten Staaten und andere Ländern haben die syrische Regierung wiederholt des Einsatzes von Chemiewaffen gegen Zivilisten beschuldigt, unter anderem im Zusammenhang mit einem vor kurzem erfolgten Angriff auf den Vorort von Damaskus Ostghouta. Dort wurde offenbar Chlorgas eingesetzt. Zu den Materialien aus Nordkorea gehören einem Bericht der UNO-Ermittler zufolge säurefeste Fliesen, Ventile und Thermometer. In dem von einer Ermittlungskommission erstellten Bericht über Nordkoreas Achtung der UNO-Sanktionen heißt es zudem, nordkoreanische Raketentechniker seien bei der Arbeit in bekannten Chemiewaffen- und Raketenbauanlagen in Syrien gesehen worden. Der Bericht betont die Gefahr, die von jeder derartigen Zusammenarbeit zwischen Syrien und Nordkorea ausgehe. Sie könne Syrien die Wahrung seiner Chemiewaffen ermöglichen und Nordkorea zudem mit Devisen für seine Atomwaffen- und Raketenprogramme versorgen.

Die potenziellen Chemiewaffenkomponenten kamen zwischen 2012 und 2017 im Rahmen von mindestens 40 bislang nicht erfassten Lieferungen aus Nordkorea nach Syrien. Dem noch nicht veröffentlichten Bericht zufolge, der der New York Times vorliegt, umfassten sie ballistische Raketenteile und Materialien, die sowohl zu militärischen als auch zu zivilen Zwecken verwendet werden könnten. (…)

In dem Bericht finden sich neue Einzelheiten über die seit Jahrzehnten bestehenden Militärbeziehungen zwischen Nordkorea und Syrien. Während der arabisch-israelischen Kriege der 1960er und 1970er Jahre flogen nordkoreanische Piloten Einsätze für die syrische Luftwaffe. Später halfen nordkoreanische Techniker bei der Entwicklung der ballistischen Raketen Syriens und beim Bau eines Atomkraftwerks, das zur Produktion waffenfähigen Plutoniums fähig war. Das Atomkraftwerk wurde 2007 von Israel zerstört. (…) Einem Buch von Bruce Bechtol zufolge – Bechtol ist ein ehemaliger Koreaexperte des US-amerikanischen Militärgeheimdienstes, der jetzt an der Angelo State University in Texas lehrt – hat Nordkorea das syrische Chemiewaffenprogramm spätestens seit den 1990er Jahren gefördert und unterstützt. Bechtol beschreibt auch einen Unfall im Jahr 2007, bei dem mehrere syrische Techniker sowie koreanische und iranische Berater bei der Explosion eines mit Sarin und dem extrem giftigen Nervenkampfstoff VX gefüllten Sprengkopfs getötet wurden.“ (Michael Schwirtz: „U.N. Links North Korea to Syria’s Chemical Weapons Program“)

Mehr zum Thema auf Mena Watch: Syrien und Nordkorea: Eine Kooperation zu beiderseitigem Nutzen

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