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Ölpest: „Lloyds Register“ bestätigt Israels Angaben zu iranischem Tanker

Lloyd's Register of Shipping in London
Lloyd's Register of Shipping in London (© Imago Images / Becker&Bredel)

Die Daten der Schiffs-Klassifikationsgesellschaft Lloyd’s Register bestätigen Israels Darstellung der Ereignisse rund um die Ölkatastrophe, die von einem iranischen „Geisterschiff“ verursacht wurde.

Richard Meade / Michelle Wiese Bockmann / Nigel Lowry, Lloyd’s List

Israel beschuldigt den Iran, zwischen dem 1. und 2. Februar absichtlich mehrere tausend Tonnen Rohöl von einem unter panamaischer Flagge fahrenden Tanker in seine Hoheitsgewässer abgelassen und damit mehr als 100 Meilen der Mittelmeerküste verschmutzt zu haben. Nach einer zweiwöchigen Untersuchung, in der die Liste der potentiell Schuldigen von anfänglich 35 Verdächtigen immer weiter eingegrenzt werden konnte, identifizierte das Umweltministerium schließlich den 2002 gebauten Tanker „Emerald“ als verantwortlich für den Ölteppich.

Der im Lloyd’s Register klassifizierte Tanker wurde im Dezember verkauft, fährt seitdem unter panamischer statt maltesischer Flagge und hat vor kurzem eine für Syrien bestimmte Ladung von etwa 90.000 Tonnen Rohöl im Iran geladen, so die Schiffsverfolgungsdaten von Lloyd’s List Intelligence.

Das israelische Ministerium hat die „Emerald“ auf der Grundlage von Labortests, Satellitenverfolgung und einem Vergleichsverfahren für jenes Rohöl ermittelt, das ab dem 17. Februar an Israels Stränden angespült wurde. (…) Die israelische Erklärung besagt, dass der Tanker in Israels ausschließliche Wirtschaftszone einfuhr, um während eines 24-stündigen Zeitraums, in dem sein Ortungssystem ausgeschaltet war, absichtlich einen Teil seiner Rohöl-Ladung abzulassen, bevor er dann vor der syrischen Küste wieder auftauchte.

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Die israelische Untersuchung kam zu dem Schluss, dass die „Emerald“ den Rest des Rohöls, das sie an Bord hatte, über einen Schiff-zu-Schiff-Transfer auf einen anderen Tanker entlud, bevor sie sich auf den Weg zurück in den Iran machte. Syrien ist nach China der zweitgrößte Abnehmer von iranischem Rohöl. Lloyd’s Register erklärte, es überprüfe den Wahrheitsgehalt der Informationen, die es über das Schiff erhalten habe.

„Satelliten entdeckten zwei weitere Flecken zwischen Zypern und Syrien in dem Gebiet, durch das dass Schiff gefahren war“, hieß es in der Erklärung vom 3. März, die vom israelischen Ministerium für Umweltschutz herausgegeben wurde. „Das Schiff kehrte danach in den Iran zurück, wieder in ‚Dunkelheit‘ [d.h. mit ausgeschaltetem Ortungssystem, Anm. Mena-Watch], als es in Israels ausschließliche Wirtschaftszone einfuhr und blieb so, bis es einen Hafen im Iran erreichte, wo es derzeit vor Anker liegt.“

Umweltministerin Gila Gamliel sagte, die israelischen Behörden würden sich mit den Versicherern der „Emerald“ in Verbindung setzen „und alles Notwendige tun, um sicherzustellen, dass der Staat Israel eine Entschädigung aus dem Internationalen Ölverschmutzungs-Entschädigungsfonds erhält. Wir werden diejenigen, die für den Umweltterrorismus verantwortlich sind, vor Gericht bringen“, sagte sie in einer Erklärung, die jedoch keine Details darüber enthielt, warum sie glaubt, dass der Ölteppich absichtlich und nicht durch einen Unfall verursacht wurde.

(Aus dem Artikel „Iran tanker oil spill in Israeli waters ‘deliberate’“, der bei Llloyd’s List erschienen ist. Übersetzung von Alexander Gruber.)

Movements of Israel oil spill suspect
Quelle: Islamic P&I Club.

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