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Knapp 30.000 Kinder starben bislang im Krieg in Syrien

Mädchen in einem von Assad-Truppen bombardierten Flüchtlingslager in der Region Idlib
Mädchen in einem von Assad-Truppen bombardierten Flüchtlingslager in der Region Idlib (© Imago Images / NurPhoto)

Das Regime von Bashar al-Assad ist für 78% dieser Opfer verantwortlich, der Rest entfällt auf die übrigen Kriegsparteien, heißt es im Bericht einer Menschrechtsgruppe.

Daily Sabah

Mindestens 29.661 Kinder, darunter auch gefolterte und zwangsverschleppte, seien seit Beginn des syrischen Bürgerkriegs getötet worden, erklärte eine Menschenrechtsgruppe am Samstag anlässlich des Weltkindertages, an dem sie auf die Not der syrischen Kinder aufmerksam machen wollte.

„Mindestens 29.661 Kinder wurden seit März 2011 in Syrien getötet, darunter 181 durch Folter und 5.036 gewaltsam zum Verschwinden gebrachte. Dies ist ein verheerender Bericht des Syrischen Netzwerks für Menschenrechte SNHR“, sagte Lotte Leicht, die EU-Direktorin von Human Rights Watch (HRW).

In seinem zehnten Jahresbericht wies SNHR erneut darauf hin, dass Syrien zwar 1993 das Übereinkommen über die Rechte des Kindes sowie die beiden Fakultativprotokolle zu diesem Übereinkommen ratifiziert habe:

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„Dennoch haben alle Konfliktparteien Kinderrechte verletzt, wobei das syrische Regime alle anderen Parteien in Bezug auf Anzahl, Regelmäßigkeit und Systematik der Verbrechen weit übertrifft.“

Fadel Abdul Ghany, Exekutivdirektor des SNHR, betonte:

„Diese Situation und die grausamen Bedingungen können nur fortbestehen, weil sich der Grund für den andauernden Konflikt – die Fortexistenz der herrschenden Diktatur und das Versagen der internationalen Gemeinschaft, seit 2012 eine politische Lösung zu finden – nicht geändert hat. All das deutet darauf hin, dass weitere Generationen syrischer Kinder einem ähnlich dunklen Schicksal entgegensehen.“

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Dem Bericht zufolge wurden von den 29.661 Kindern, die im Krieg getötet wurden, 22.930 von den Streitkräften des Assad-Regimes, 2.032 von russischen Streitkräften, 958 vom Islamischen Staat und 71 von der islamistischen Hayat Tahrir al-Sham (HTS) getötet, während die von den USA unterstützte YPG, der syrische Flügel der PKK, 237 Kinder getötet hat.

Darüber hinaus zwangsrekrutiere die YPG Kinder, eine Praxis, die auch vom Regime regelmäßig angewandt werde, heißt es in dem Bericht, der unterstreicht, dass dies seit den ersten Tagen des Konflikts gängige Praxis gewesen sei. „Es gab keine Untersuchungen zu den Fällen von Kinderrekrutierung, und niemand wurde für sie zur Verantwortung gezogen.“

„Das syrische Regime ist für fast 78% der außergerichtlichen Tötungen verantwortlich“, heißt es in dem Bericht, der festhält, dass 2013 das schlimmste Jahr für Kinder war, gefolgt von 2012, 2014 und 2016.

Durch die Bombardierungen des Regimes wurden außerdem mindestens 1.197 Schulen und 29 Kindergärten ganz oder teilweise zerstört, sodass die meisten davon nicht mehr genutzt werden können. Der SNHR-Bericht wies auch auf „die Nutzung von Schulen als Militärbasen durch das syrische Regime und seine Verbündeten“ hin.

(Aus dem Artikel Nearly 30,000 children killed since start of Syria’s war: Rights group, der bei Daily Sabah erschienen ist. Übersetzung von Alexander Gruber.)

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