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Malaysia will Israel Teilnahme an der Squash-Weltmeisterschaft verbieten

Die Squash-WM 2021 wurde wegen Corona von Neuseeland nach Malaysia verlegt
Die Squash-WM 2021 wurde wegen Corona von Neuseeland nach Malaysia verlegt (© Imago Images / Action Plus)

Die Squash-Weltmeisterschaft der Männer wurde wegen Corona von Neuseeland nach Malaysia verlegt, wo Israelis nicht einreisen dürfen.

Lahav Harkov, Jerusalem Post

Der Israelische Squash-Verband (ISA) plant, den Welt-Squash-Verband (WSF) vor das Internationale Sportschiedsgericht in Lausanne zu bringen, wenn der WSF nicht sicherstellt, dass israelische Spieler an der Weltmeisterschaft in Malaysia im nächsten Monat teilnehmen können.

Die ab dem 7. Dezember angesetzte Squash-Weltmeisterschaft der Männer wurde im Mai von Neuseeland nach Malaysia verlegt, da am ursprünglichen Austragungsort COVID-19-Beschränkungen galten.

Israelis dürfen jedoch nicht nach Malaysia einreisen, und der malaysische Squash-Verband (SRAM) ignorierte die Anfrage des ISA, ob die Sportler des jüdischen Staates Sondervisa erhalten könnten, damit sie an der Weltmeisterschaft teilnehmen können.

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Als WSF-Präsidentin Zena Wooldridge der Angelegenheit nachging, antwortete der malaysische Verband am 27. September, dass die Israelis nicht teilnehmen dürften. So ließ SRAM-Präsident Gerard Monteiro wissen, dass Malaysia nicht in der Lage sei, die Sicherheit und das Wohlergehen [der israelischen Spieler] zu garantieren:

„Wie Sie vielleicht wissen, gibt es leider seit langem besondere Befindlichkeiten im Zusammenhang mit dem israelisch-palästinensischen Konflikt. Wie überall auf der Welt gibt es Akteure in dem Konflikt, die nicht zögern würden, extreme Maßnahmen zu ergreifen, um ihren Unmut gegenüber der Nation Israel und ihrem Volk zu zeigen.“

Wooldridge teilte den Israelis daraufhin mit, dass sie noch keinen Weg gefunden habe, um ihnen die Teilnahme an der Meisterschaft in Kuala Lumpur zu ermöglichen.

Am 5. Oktober schrieb der ISA-Vorsitzende Aviv Bushinsky an den WSF-Geschäftsführer William Louis-Marie, um die Enttäuschung der israelischen Mannschaft zum Ausdruck zu bringen:

„Einerseits werden wir explizit diskriminiert und können daher nicht teilnehmen. Wenn wir auf der anderen Seite [gemäß den WSF-Statuten auf Inklusion] auf der Durchsetzung unserer Grundrechte bestehen, würden wir als ein Staat, der weit davon entfernt ist, eine Squash-Supermacht zu sein, zur Absage der Veranstaltung führen, die für den Sport weltweit so wichtig ist.“

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Daher schlug Bushinsky vor, die Squash-Weltmeisterschaft im Dezember stattdessen nach Israel zu verlegen, wo allen Teilnehmern aus allen Nationen eine gleichberechtigte Teilnahme garantiert wäre – oder Israel die Möglichkeit einzuräumen, eine zukünftige Meisterschaft innerhalb der nächsten zwei Jahre auszurichten.

Israels Sport- und Kulturminister Hili Tropper wandte sich an Wooldridge und bezeichnete die Situation als „besonders absurd“ angesichts der Tatsache, dass der israelische Squash-Verband vom Welt-Squash-Verband zur Teilnahme eingeladen wurde und alle Gebühren und Abgaben bezahlt hat.

„Ich kann nicht glauben, dass es in der heutigen Zeit noch Platz für eine solche Diskriminierung und die Vermischung von politischen Erwägungen und Sport gibt.“

Der Minister wies darauf hin, dass das Internationale Paralympische Komitee schon 2019 die Internationalen Schwimmmeisterschaften abgesagt hatte, weil Malaysia den israelischen Athleten die Einreise verweigert hatte.

Im selben Jahr verhängte das Internationale Olympische Komitee Sanktionen gegen den iranischen Judoverband, weil dieser keine israelischen Sportler zu einem von ihm ausgerichteten Wettkampf zuließ. Katar hingegen garantierte israelischen Spielern und Zuschauern die Teilnahme an der Fußballweltmeisterschaft, obwohl die beiden Länder keine diplomatischen Beziehungen unterhalten. (…)

Am Freitag schrieb Wooldridge an Tropper, dass das WSF „Israels Teilnahme an dieser Meisterschaft begrüßen würde“ und ihm die Behinderung von Israels Teilnahme „nicht gefällt“, weswegen „das letzte Wort in dieser Sache noch nicht gesprochen ist“.

„Wir stimmen zu, dass die Politik sich nicht einmischen sollte, um Spieler aus anderen Ländern an der Teilnahme zu hindern“, schrieb Wooldridge und fügte hinzu, dass das WSF nicht mit den Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Visa für das israelische Team gerechnet habe.

Wooldridge sagte jedoch, dass es angesichts der Tatsache, dass das Turnier bereits einmal verschoben wurde, zu schwierig sei, es noch einmal so kurzfristig zu verschieben. Deshalb werde sich weiterhin um Visa für die israelischen Spieler bemühen werde.

Der israelische Squash-Verband plant unterdessen, sich an das Internationale Sportschiedsgericht in Lausanne zu wenden, erklärte Aviv Bushinsky.

„Es ist unsere Pflicht, jeden Versuch, Politik und Sport zu vermischen, zu bekämpfen. Gerade in der heutigen Zeit ist jedes Land, das für die Ausrichtung eines internationalen Sportereignisses ausgewählt wird, verpflichtet, seine Türen für alle Teilnehmer ohne Diskriminierung aufgrund von Herkunft oder Politik zu öffnen.“

(Aus dem Artikel Israeli squash team goes to court to fight ban from world championship, der in der Jerusalem Post erschienen ist. Übersetzung von Alexander Gruber.)

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