Kino Babylon setzt Hausverbot gegen Holocaustrelativierer nicht durch

Kino Babylon, Berlin (By: Andreas Praefcke, CC BY 3.0)

„Es ist eine bizarre Zusammenkunft, die sich am Donnerstagabend im Berliner Babylon Kino zusammengefunden hat. Das Internetblog ‚Neue Rheinische Zeitung‘ will an diesem Abend eigentlich einen Preis an den Verschwörungs-Guru Ken Jebsen verleihen. Nur: Der Preisträger ist nicht gekommen. Er ist nicht der einzige. Mehrere Redner inklusive des Laudators fehlen, die beiden vorderen Reihen mit den reservierten Plätzen sind nur spärlich gefüllt. Die Moderatorin ist mit der Technik überfordert. Und zu allem Überfluss tritt gleich zu Beginn auch noch Timothy Grossmann ans Mikrofon, der Chef des Kinos. ‚Ken Jebsen ist für mich ein Rassist‘, sagt er unter den Buhrufen des Publikums. Das gleiche gelte auch für Gilad Atzmon, einen Holocaust-Relativierer und Hitler-Versteher. Grossmann hatte den Jazz-Musiker, der für den musikalischen Teil des Abends eingeplant war, kurz vor Beginn Hausverbot erteilt. (…)

Nachdem der Preis – ein mit dem Konterfei Karl Marx’ bedruckter Pappteller – wegen der fehlenden Präsenz des Preisträgers Ken Jebsen symbolisch an ‚die Community‘ übergeben wurde, betritt ein Mann die Bühne, der eigentlich gar nicht hier sein dürfte: Gilad Atzmon. Unbehelligt hält er eine knapp halbstündige Rede und bläst auf seiner Flöte. Er wiederholt seine These vom Holocaust als ‚krude Religion‘ und spricht sich gegen ein Verbot der Holocaustleugnung aus. Vom Kinopersonal fühlt sich auf Nachfrage niemand zuständig, Betreiber Timothy Grossmann ist nirgends zu sehen. Unter Applaus tritt Atzmon nach der Show ab.“ (Martin Niewendick: „Das bizarre Treffen der antisemitischen Verschwörungstheoretiker“)

 

Schreiben Sie einen Kommentar


Schreiben Sie einen Kommentar

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.


Login