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Hamas: Israel ist der Kern aller Probleme im Nahen Osten

Das Hamas-Politbüro-Mitglied Osama Hamdan bei der Hisbollah im Libanon
Das Hamas-Politbüro-Mitglied Osama Hamdan bei der Hisbollah im Libanon (Imago Images / ZUMA Wire)

In antisemitischer Weise glaubt das Hamas-Politbüro an die Lösung aller Probleme im Nahen Osten, sobald nur Israel vernichtet sei.

Das Mitglied des Hamas-Politbüros Osama Hamdan sagte am 11. Oktober in einer Sendung des libanesischen Fernsehsenders Al-Jadeed, Israel sei der Kern des Problems, sodass »sich eine Möglichkeit zur Lösung aller Probleme in dieser Region eröffnen« werde, sobald Israel beseitigt und »aus dieser Region verschwunden« sei. In Bezug auf die Existenz Israels kenne die Hamas nichts anderes als ein »Nein«.

Auf den Einwand des Journalisten, er, Hamdan, wisse doch ganz genau, dass »es jetzt nicht möglich ist, Israel ins Meer zu werfen«, antwortete dieser, davon gar nicht zu sprechen: »Man könne beobachten, wie »in den vergangenen Tagen die Israelis in ihren Medien geschrieben haben: Was nützt es, ein eigenes Land zu haben, wenn alle seine Bürger die Pässe jener Länder haben, aus denen sie kommen?‹ Sollen sie doch dorthin zurückkehren, woher sie gekommen sind.«

Die Hamas wolle »niemanden ins Meer werfen«, spielte Hamdan die Vernichtungsdrohungen seiner Terrororganisation herunter: »Sie sollen dorthin zurückkehren, woher sie gekommen sind. Wir werden ihnen helfen, sicher dorthin zu gelangen.«

Einen Tag später erklärte Hamdan, diese Vernichtungsfantasien hätten bloß den Charakter der Notwehr, als er in einem Gespräch mit seinem »guten Freund«, dem Fatah-Zentralkomitee-Mitglied Abbas Zaki prophezeite: »Wenn sie das gesamte palästinensische Volk abschlachten wollen, werden sie diejenigen sein, die abgeschlachtet werden.«

Zionistisches Gebilde einschläfern

Ebenfalls am 12. Oktober sagte der Hamas-Vertreter im Libanon, Ahmad Abd al-Hadi, in einer Sendung des libanesischen Fernsehsenders NBN TV, das Ziel der »strategischen Täuschung« seiner Organisation habe darin bestanden, das »zionistische Gebilde für eine Weile einzuschläfern und es glauben zu lassen, dass der Gazastreifen nichts tun werde«. Dies sei auch der Grund dafür, dass sich die Hamas nicht an den Kampfrunden zwischen dem Palästinensischen Islamischen Dschihad und Israel im August des Vorjahres und im heurigen Mai beteiligt habe.

Auf die Bitte des Reporters, mehr über die Planung des »Operation Al-Aqsa-Flut« genannten Terrorüberfalls auf Israel zu berichten, diesen »äußerst wunderbaren, schönen und süßen Angriff«, der »war, als würden wir einen Hollywood-Film sehen«, antwortete al-Hadi: Auch wenn sich die Hamas nicht aktiv in die letzten Kampfrunden mit Israel eingegriffen habe, »hat sie zusammen mit unseren Brüdern im Islamischen Dschihad eine wichtige Rolle gespielt«.

Die Hamas habe so den Anschein erwecken wollen, unter Druck zu stehen und mit anderen Dingen wie etwa finanziellen Angelegenheiten und Problemen beschäftigt zu sein. »Es wurde viel geredet und zugleich haben wir und die anderen Gruppierungen den Widerstand im Westjordanland aktiviert. Wir haben die Front [in Gaza] ruhig gehalten, und die ganze Aktion fand im Westjordanland statt.«

Die volle Aufmerksamkeit sei absichtlich dorthin gelenkt worden, um den »zionistischen Feind« dazu zu bringen, »die meisten seiner Kräfte dorthin zu verlegen … Das war eine strategische Täuschung, und sie beinhaltete viele andere Dinge.«

Dass Israels Premier Benjamin Netanjahu jetzt die Maxime einer Vernichtung der Hamas ausgebe, sei »alles bloßer Slogan für den heimischen [israelischen] Bedarf. Er will die Moral der zionistischen Armee heben. Diese Slogans werden sich schnell verflüchtigen, wenn mehr und mehr Tage der Schlacht vergehen.« In allen Kämpfen der Vergangenheit habe sich Netanjahu »zunächst weitreichende Ziele gesetzt, die dann allmählich kleiner wurden, bis er schließlich um einen Waffenstillstand bat«.

Auch wenn er jetzt noch nicht über Konkretes sprechen dürfe, so al-Hadi abschließend, habe die Hamas mit ihrer Operation in ihrem Vorhaben der »Befreiung Palästinas« »mehrere Schritte nach vorne gemacht«. Dass diese Befreiung die »Zerstörung Israels« bedeute, bestätigte der Hamas-Funktionär: »Das ist unser Vorhaben als Widerstandsbewegung«, aber der jetzige Kampf sei noch »nicht der Kampf für die endgültige Befreiung, wie ich schon sagte, aber wir sind auf dem Weg dorthin«.

Eine Absicht des aktuellen Kriegs, so charakterisierte al-Hadi die Hamas-Strategie, sei es gewesen, der Normalisierung der Beziehungen zwischen Israel und den arabischen Ländern einen Gegenschlag zu versetzen. »Was vorher geschah, wird nach dieser Operation nicht mehr dasselbe sein. Das war eines der Ziele der Operation.«

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