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Ägypten will Israel vor »großer Aktion« in Gaza gewarnt haben

Hamas-Terroristen mit israelischem Panzer: Ägypten will Jerusalem vor »etwas Großem« gewarnt haben
Hamas-Terroristen mit israelischem Panzer: Ägypten will Jerusalem vor »etwas Großem« gewarnt haben (© Imago Images / UPI Photo)

Laut einer hochrangigen inoffiziellen Quelle habe Ägypten mit den Israelis über eine Explosion der Situation in Gaza gesprochen, was aber missachtet worden sei.

Am Montag machte ein ägyptischer Geheimdienstbeamter öffentlich, Jerusalem habe wiederholte Warnungen ignoriert, dass die in Gaza ansässige Terrorgruppe Hamas »etwas Großes« plane. Die Aussagen erfolgten zu einem Zeitpunkt, an dem noch keine Klarheit über das Versagen der israelischen Geheimdienste angesichts des am Wochenende erfolgten Hamas-Terrorangriffs besteht.

Der Beamte erklärte, Ägypten, das häufig als Vermittler zwischen Israel und der Hamas fungiert, habe wiederholt mit den Israelis über »etwas Großes« gesprochen, ohne allerdings nähere Ausführungen über den Inhalt der Gespräche zu machen. Er meinte, seine israelischen Amtskollegen hätten die Bedrohung durch den Gazastreifen jedoch heruntergespielt und ihr Augenmerk stattdessen auf das Westjordanland gelegt, wo in den vergangenen achtzehn Monaten Terror und Gewalt zugenommen haben und Vertreter der Siedler ein hartes Durchgreifen der Sicherheitskräfte gefordert hätten.

»In der Westbank abgetaucht«

»Wir haben sie gewarnt, dass eine Explosion der Situation bevorsteht, diese sehr bald geschehen und sehr groß sein würde. Aber sie haben die Warnungen unterschätzt«, sagte der Beamte, der unter der Bedingung der Anonymität sprach, da er nicht befugt ist, den Inhalt sensibler Geheimdienstgespräche mit den Medien zu besprechen.

In einer der besagten Warnungen soll der ägyptische Geheimdienstminister General Abbas Kamel den israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu nur zehn Tage vor dem massiven Angriff persönlich angerufen haben, um ihm mitzuteilen, dass Kräfte im Gazastreifen wahrscheinlich »etwas Ungewöhnliches vorhaben, eine schreckliche Operation«, so die Nachrichtenseite Ynet. Namentlich nicht genannte ägyptische Beamte hätten der Website gegenüber erklärt, sie seien schockiert über Netanjahus Gleichgültigkeit auf die Warnung gewesen: So habe seine Reaktion in der Erklärung bestanden, das israelische Militär sei in den Problemen im Westjordanland »abgetaucht«.

Das Büro des Premierministers dementierte die Berichte in einer Erklärung am Montag und meinte, sie seien eine »komplette Lüge«: »Es gab keine Frühwarnung aus Ägypten, und der Premierminister hat seit der Vereidigung der Regierung nicht mit dem [ägyptischen] Geheimdienstchef gesprochen oder ihn getroffen, weder indirekt noch direkt. Dies sind komplette Fake News.«

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