Russlands Angriffe in Aleppo nehmen bewusst zivile Infrastruktur ins Visier

„Gleichzeitig wurde offenbar gezielt ein Fahrzeug der Müllabfuhr im von der Opposition gehaltenen Teil Aleppos Ziel eines russischen Präzisionsangriffs. Das von der türkischen Firma ‚EFE Industries‘ gestellte Fahrzeug wurde dem Anschein nach nicht von Streubomben getroffen, sondern die Führerkabine von einer einzelnen Rakete. Der Angriff folgte der russischen Bombardierung von Treibstoff-Konvois für die Stadt und dem Abschnitt der letzten Nahrungsverbindungen über die nördliche Zugangsstraße. Syrische Aktivisten sagten zu BILD, dass es nun zunehmend schwieriger würde, die Trinkwasserpumpen der Stadt zu betreiben.

Der Angriff auf das Müllentsorgungssystem der Stadt passt in ein Raster, welches der britische Epidimologe Professor Ian Roberts schon 2003 als ‚biologische Kriegsführung‘ bezeichnete. Demnach würde die gezielte ‚Zerstörung von Abfallentsorgungs-Infrastruktur‘ in Kombination mit dem Wegfall von Frischwasser ‚sicherstellen, dass Nahrung und Wasservorräte für die Zivilbevölkerung schnell verunreinigt werden‘. Während Roberts seine Ausführungen zur US-Invasion des Iraks 2003 machte, scheint sich die russische Armee in Syrien derzeit genau dieser Strategie zu bedienen. Dies passt mit der Einschätzung des US-Experten Jeff White zusammen, der gegenüber BILD erklärte, die Bombenangriffe Assads und Putins verfolgten einen ‚bevölkerungszentrierte Operationsweise‘.“

(Julian Röppcke: „Bundesregierung fordert Ende der Aleppo-Belagerung“)

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