Iran drohte Kurden mit militärischer Gewalt

Soleimani-Plakat im Irak

„Kurdischen Vertretern zufolge, die über die entsprechenden Treffen informiert wurden, hat ein hochrangiger iranischer Kommandeur kurdische Führer im Norden des Irak wiederholt aufgefordert, sich aus der Ölstadt Kirkuk zurückzuziehen. Sonst hätten sie mit einer Offensive irakischer Streitkräfte und mit ihnen verbündeter, vom Iran unterstützter Kämpfer zu rechnen. Der Kommandant für Auslandsoperationen der iranischen Revolutionsgarden Generalmajor Qassem Soleimani reiste vor der Blitzkampagne der irakischen Regierung zur Rückeroberung verschiedener Gebiete im Norden des Landes mindestens dreimal nach Irakisch-Kurdistan, um sich mit kurdischen Anführern zu treffen. Die Gegenwart Soleimanis an der Front beleuchtet den weitgehenden Einfluss Teherans auf die Politik im Irak und die Entschlossenheit des schiitischen Iran, den Stellvertreterkrieg gegen seinen regionalen Rivalen: das mit den USA verbündete sunnitische Saudi-Arabien, zu gewinnen. Einem Abgeordneten der Patriotischen Union Kurdistans (PUK) zufolge, der über das Treffen ins Bild gesetzt wurde, traf Soleimani sich am Tag, bevor der irakische Ministerpräsident Haider al-Abadi seinen Streitkräften befahl, auf Kirkuk vorzurücken, in der Stadt Sulaimania mit Anführern der PUK, einer der beiden wichtigsten politischen Parteien im Norden des Irak.

Seine Botschaft war eindeutig: Zieht Euch zurück oder verliert Teheran als strategischen Verbündeten. ‚Abadi genießt die Rückendeckung aller Regionalmächte und des Westens und nichts wird ihn daran hindern, Euch wieder in die Berge zu verbannen, wenn ihm daran liegt’, bemerkte Soleimani dem Abgeordneten zufolge der PUK-Führung gegenüber. Damit habe der iranische General auf das massive Vorgehen des vormaligen irakischen Präsidenten Saddam Hussein gegen den Kurdenaufstand von 1991 angespielt, in dessen Folge fast die gesamte kurdische Bevölkerung des nördlichen Irak in die Berge flüchtete. ‚Der Besuch Soleimanis … sollte den Entscheidungsträgern im letzten Moment die Gelegenheit bieten, einen fatalen Fehler zu vermeiden’, so der Abgeordnete, der angesichts des sensiblen Gegenstands – ebenso wie die übrigen Interviewpartner – darauf bestand, anonym zu bleiben. Kommandanten der als Peschmerga bekannten Streitkräfte Irakisch-Kurdistans haben den Iran beschuldigt, er habe den Vorstoß der von Schiiten kontrollierten irakischen Zentralregierung gegen sie orchestriert. Hochrangige iranische Vertreter haben dies jedoch bestritten. Allerdings macht der Iran aus seiner Präsenz im Irak kein Geheimnis. ‚Die Militärhilfe Teherans ist kein Geheimnis mehr. Man kann das Bild General Soleimanis im Irak überall finden’, erklärte ein dem iranischen Präsidenten Hassan Rohani nahestehender Regierungsvertreter.“ (Michael Georgy / Ahmed Rasheed: „Iranian commander issued stark warning to Iraqi Kurds over Kirkuk“)

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