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Verschwörungstheorien sind ein klassisches Instrument der Islamisten

mansour-ii„Für Verschwörungstheorien, die suggerieren, dass man weiß wer oder was ‚dahinter steckt‘, sind nicht nur muslimische Jugendliche sehr empfänglich, die ihre Religion in Misskredit gezogen sehen, sondern Jugendliche und junge – sogar manche älteren – Erwachsenen generell. Doch gerade die dichotomische Weltsicht, in der Muslime Opfer von ‚Ungläubigen‘ sind, verbreitet sich derzeit besonders rasch – sie ist ohnehin ein klassisches Narrativ der Islamisten.

So lässt sich der notwendigen Frage ausweichen, warum solche Gräueltaten im Namen der eigenen Religion überhaupt geschehen. So lässt sich auch die Notwendigkeit der Reformen umschiffen, derer die meisten islamischen Gemeinden dringend bedürfen. Doch genau an dieser Stelle müsste echtes kritisches Denken eigentlich ansetzen. Man müsste deutlich machen, dass Menschen im Namen eines regressiven, ahistorischen Islamverständnisses getötet werden und dieses hinterfragen. Solange diese Art des Verständnisses aber tonangebend ist, solange Kindern die Angst vor der Hölle gepredigt und sexuelle Lust verteufelt wird, wird sich wenig ändern. Erst wo die heiligen Texte auch historisch-kritisch betrachtet werden dürfen, kommt Bewegung ins Denken. Erst dann kann sich ein alternatives Religionsverständnis entfalten, das Kritik zulässt und aushält.“
(Ahmad Mansour: „Warum wir für Verschwörungstheorien so anfällig sind)

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