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Teheran will kurdische Gruppierungen im Irak für Proteste im Iran bestrafen

Abschuss einer iranischen Militärdrohne
Abschuss einer iranischen Militärdrohne (© Imago Images / ZUMA Wire)

Wie immer, wenn der Iran mit Kritik konfrontiert ist, sucht er nach Verschwörungen und ausländischen Strippenziehern.

Während sich die Proteste gegen die theokratische Herrschaft des iranischen Regimes ausbreiteten, bombardierte das Korps der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) am Sonntag den zweiten Tag in Folge die im Irak liegende autonome Region Kurdistan, wobei es erklärte, kurdische Oppositionsgruppen ins Visier zu nehmen. Die iranische Artillerie beschoss am Sonntag die an der Grenze zum Iran liegende Region Sidakan, um dort stationierte iranisch-kurdische Oppositionsgruppen anzugreifen.

Die den Revolutionsgarden nahestehende Nachrichtenagentur Fars News bezeichnete am Samstag die Angriffe auf die kurdisch-iranischen Oppositionsgruppen Demokratische Partei Kurdistans (KDPI) und Komala, die beide Stützpunkten in der irakischen Region Kurdistan unterhalten, als »Antwort auf die bösartige Unterstützung«, die diese »antirevolutionären Elemente den Unruhen und Aktionen der Rowdys« im Iran leisten würden. Ziel der Angriffe sei es, die kurdischen »Gruppierungen zu bestrafen und Druck auf sie auszuüben«.

Ein hoher Beamter der KDPI berichtete am Sonntag Rudaw English, dass der iranische Beschuss seine Partei nicht treffen konnte. »Der Iran hat das Gebiet von Sidakan, in dem sich unsere Peshmerga befinden, seit gestern um fünfzehn Uhr ununterbrochen mit Artillerie und verschiedenen Waffen angegriffen«, sagte Kawa Bahrami, Kommandeur der Peshmerga-Kämpfer. Der iranische Beschuss habe zwar große Schäden an den Feldern der Bauern in der Region angerichtet, die kurdischen Truppen seien aber unverletzt geblieben.

Mehrere bewaffnete iranisch-kurdische Oppositionsparteien, darunter die KDPI, haben Stützpunkte in den Bergen der Region Kurdistan und werden regelmäßig vom Iran beschossen. In den kurdischen Gebieten im Westen des Irans kommt es häufig zu Zusammenstößen mit iranischen Sicherheitskräften.

Die aktuellen Bombardements fallen mit den Protesten gegen die Islamische Republik zusammen, während auch im Iran selbst das gewaltsame Vorgehen durch die Sicherheitskräfte gegen die Demonstranten ständig eskaliert und sich verschärft.

Aktuellen Zahlen zufolge, die das in Paris ansässige Kurdistan Human Rights Network (KHRN) an Rudaw English übermittelt hat, wurden in der vergangenen Woche in den kurdischen Gebieten Irans (Rojhelat) mindestens siebzehn Menschen getötet, mehr als vierhundert verwundet und mindestens 570 verhaftet. »Sie führen nachts ständig Razzien in den Häusern durch und haben viele Menschen verhaftet. Außerdem haben sie zusätzliche Sicherheitskräfte in den Städten und Stadtvierteln aufgestellt«, erklärte der Gründer von KHRN Rebin Rahmani am Sonntag gegenüber Rudaw English.

Die in Oslo ansässige Iranische Menschenrechtsorganisation (IHR) meldete am Samstag, dass in der vergangenen Woche landesweit mindestens 54 Menschen von Sicherheitskräften getötet worden seien, die jüngste von den iranischen Staatsmedien veröffentlichte Zahl beläuft sich dagegen auf 41 Tote.

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