Stephen Hawking und die Doppelmoral der Israel-Boykotteure

Stephen Hawking mit seinem Sprechcomputer. Quelle: Doug Wheller

„Im Mai 2013 nahm Hawking zunächst die Einladung zu einer regelmäßig vom israelischen Präsidenten veranstalteten Konferenz an, die in jenem Jahr aus Anlass des 90. Geburtstags von Shimon Peres stattfand. Dann entschied er sich um, erklärte, er werde sich an keinerlei akademischem oder kulturellem Austausch mit Israel beteiligen und bekannte sich zur BDS-Bewegung.

Nun gibt es etliche Gründe, warum man sich gegen die BDS-Bewegung wenden sollte.

Bei Hawking haben wir es jedoch mit einem besonderen Fall zu tun. Hawking leidet an ALS. Infolge der Krankheit kann er nur noch die Muskeln in seinen Wangen bewegen. Deren Bewegung wird von einem an seiner Brille befestigten Sensor erfasst. Kommunizieren kann er lediglich durch ein Intel Core i7-basiertes Kommunikationssystem, dem ein in Israel entwickelter Computerchip zugrunde liegt. Sollte sich die BDS-Bewegung durchsetzen, würde ihm die Technologie, von der seine Kommunikationsfähigkeit abhängt, nicht zur Verfügung stehen. Hawking, ein vermeintlicher Vorkämpfer der Logik, nimmt also die in absurdem Maße unlogische Haltung ein, dass er genau die Art von Austausch ablehnt, ohne die er diese Ablehnung gar nicht artikulieren könnte.

Einem Erstklässler wäre die immanente Widersprüchlichkeit dieser Position peinlich.

Hawking ist natürlich kein Erstklässler. Er soll einen IQ von 160 haben und befindet sich regelmäßig in den Listen der klügsten Menschen der Welt, die im Internet verbreitet werden. Darum ist Hawkings Bekenntnis zur BDS-Bewegung so interessant. Es ist ein Beispiel dafür, wie ein Genie sich auf blödsinnige Weise verhalten kann, etwas, dass bei genauerem Hinsehen mit überraschender Häufigkeit vorkommt.“ (Lawrence J. Siskind: „Stephen Hawking, BDS, and Why Geniuses Can Be Dumb“)

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