Vermittlung zwischen Israel und dem iranischen Regime?

Der Gedanke, Deutschland könne »als Vermittler zwischen Iran und Israel« den derzeit gefährlichsten Konflikt der Welt durch Etablierung eines Sicherheitsregimes zwischen Israel und Iran entschärfen, ist zwar verlockend. Mir aber kommt bei Gil Murcianos Vorschlag eine Karikatur in den Sinn, die den ehemaligen US-Außenminister John Kerry als Vermittler zwischen der Hamas und Israel zeigt.

Links von ihm hält ein Hamas-Kader ein Plakat mit der Aufschrift ‚Tod den Juden!‘. Rechts von ihm sitzt Israels Premier Benjamin Netanjahu. Kerry wendet sich an Netanjahu: ‚Können Sie ihm nicht wenigstens auf halbem Weg entgegenkommen?‘

Auf halbem Weg entgegenkommen? Es ist dumm, wenn man einen Gegner behandelt, als wäre er ein Feind. Aber es ist lebensgefährlich, wenn man einen Feind behandelt, als wäre er bloß ein Gegner. Das Regime in Teheran ist der Todfeind des jüdischen Staats. Es hat seit 1979 jeden Nahost-Kompromiss erfolgreich torpediert. Es will den jüdischen Staat auslöschen und wird in Kürze mit einem großen Sanduhr-Festival den symbolischen Countdown für Israels Zerstörung zelebrieren. (…)

Das Plädoyer, Deutschland solle sich in dem Konflikt zwischen Israel und Iran als Vermittler engagieren, ignoriert dessen ideologische Ursache. Murciano nimmt die antisemitische Weltanschauung nicht ernst, sondern tut so, als handele es sich um eine bloße Meinung, die mittels einer Mediation abgeschwächt werden könne. Er fragt nicht, warum ungezählte Akteure, darunter auch deutsche Außenminister, in den letzten Jahrzehnten daran gescheitert sind, Teheran von seiner Vernichtungsambition abzubringen.“ (Matthias Küntzels Text: „Deutschland als Vermittler?“ ist die Replik auf Gil Murcianos‘ Ruf nach einer Vermittlerrolle für Deutschland zwischen Israel und dem Iran.)

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