Somalischer Diplomat entlassen – weil er Beziehungen zu Israel forderte

„Abdullahi Dool, ein hochrangiger somalischer Diplomat, der im vergangenen Monat wegen seiner öffentlichen Befürwortung der Aufnahme formeller Beziehungen zu Israel entlassen worden war, musste aus Angst um seine Leben nun aus dem Land fliehen. Obwohl er gerne nach Somalia zurückzukehren würde, lässt er sich weder vom Ende seiner Karriere noch von den Online-Angriffen durch pro-palästinensische Kräfte zu Hause davon abbringen, weiterhin für engere Verbindungen zwischen Jerusalem und Mogadischu einzustehen – und fordert eine Entschuldigung für seine Entlassung. (…) Israel und Somalia – eine muslimische Nation am Horn von Afrika – hatten nie diplomatische Beziehungen miteinander, obwohl Ministerpräsident Benjamin Netanyahu im Jahr 2016 hemilich mit dem damaligen Präsidenten Hassan Sheik Mohamud zusammentraf. Der jüdische Staat hat in den vergangenen Jahren seine Kontakte zu afrikanisch-muslimischen Staaten vertieft, von denen viele Interesse haben an Israels Expertise im Kampf gegen islamischen Terrorismus, von dem auch Somalia stark betroffen. (…)

Dools 35-jährige diplomatische Karriere fand letzten Monat wegen zweier Tweets ihr Ende, die er veröffentlichte, nachdem sich Somalia bei der Abstimmung zu einer Resolution des UN-Menschenrechtsrats über die Besetzung der Golanhöhen durch Israel unerwartet enthalten hatte. (…) Ein somalischer Beamter sagte diese Woche anonym gegenüber der Times of Israel, dass [Somalias UN-Botschafterin Faduma Abdullahi Mohamud] es geschafft habe, ihre Vorgesetzten davon zu überzeugen, dass die Enthaltung ein Fehler gewesen sei (…) Doch Dool sah diesen ungewöhnlichen Schritt als Gelegenheit seine Ansichten über die Notwendigkeit von Beziehungen zu Israel zu äußern: ‚Es ist längst überfällig. Die Aufnahme diplomatischer Beziehungen schadet niemandem, sondern fördert Frieden und Zusammenarbeit,’ twitterte er. ‚Die Palästinenser sind ihre eigenen schlimmsten Feinde‘, schrieb er in einem zweiten Tweet. ‚Sie verpassen nie eine Gelegenheit, eine Chance zu verstreichen zu lassen. Sie sind Idioten und Verlierer in Gaza. Sie sollten jedes Mal verurteilt werden, wenn sie Zivilisten angreifen. Es liegt in unserem Interesse, Israel willkommen zu heißen.’

Zwei Tage später wurde Dool, der bereits seit 1983 im somalischen Auslandsdienst tätig ist, von Außenminister Ahmed Isse Awad entlassen. Am selben Tag veröffentlichte Abdinur Mohamed, ein Sprecher von Präsident Mohamed Abdullahi Mohamed, einen Tweet. Darin erklärte er, dass solange Israel ‚muslimisches Land‘ sowie Jerusalem besetze und den Palästinensern weiterhin ihre Rechte vorenthalte, solange werde Somalia keine diplomatische Beziehungen aufnehmen. Wer anderes sage, könne nicht für die somalische Regierung arbeiten.“ (Raphael Ahren: „In exile, Somali official fired for pro-Israel views demands an apology“)

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