Jeremy Corbyn will Antisemitismus in Labour Party nicht bekämpfen

„Jüdische Spitzenvertreter haben erklärt, ein mit Jeremy Corbyn anberaumtes Treffen zur Diskussion des Antisemitismus in der Labour Party habe sich als ‚enttäuschend und als verpasste Gelegenheit’ erwiesen. Das Jewish Leadership Council und der Board of Deputies of British Jews erklärten, der Anführer der Labour Party habe sich zu keiner der von ihnen erbetenen konkreten Schritte bereit erklärt. Sie hatten gefordert, dass Disziplinarverfahren schneller abgewickelt werden und Corbyn seine ‚persönliche Autorität’ einsetzen solle, um einen Wandel in der politischen Kultur der Partei herbeizuführen. ‚Ich bin absolut entschlossen, den Antisemitismus zu beseitigen’, erklärte Corbyn. Der Partei hängen zahlreiche Vorfälle an. Zu ihnen gehören auch die Kritik, die im März wegen seiner Bemerkungen über ein angeblich antisemitisches Wandgemälde an Corbyn geübt wurde, und der nur zeitweilige Ausschluss des früheren Londoner Bürgermeisters Ken Livingstone wegen seiner Behauptung, Adolf Hitler habe in den 1930er Jahren den Zionismus unterstützt.

Dem Anführer der Labour Party ist von jüdischen Gruppen und einigen seiner eigenen Abgeordneten, die letzten Monat an einer Demonstration vor dem Parlament teilnahmen, nachgesagt worden, dass er das Problem nicht ernst genug nehme. Vergangenen Donnerstag berichteten Abgeordnete im Unterhaus von ihren eigenen Erfahrungen mit antisemitischen Drohungen. Nach der Demonstration im März hatten das Jewish Leadership Council und der Board of Deputies sich schriftlich an Corbyn gewandt und ihm ‚Handlungsoptionen’ vorgeschlagen. Nach einem Treffen mit Corbyn, das länger als zwei Stunden dauerte, erklärten die beiden Organisationen: ‚Wir sind enttäuscht, dass Corbyns Vorschläge hinter den minimalen Anforderungen, die wir in unserem Brief dargelegt hatten, zurückblieben. Worte in Briefen und Zeitungsartikeln werden niemals genügen. Wir begrüßen die Tatsache, dass Corbyns Worte sich geändert haben, aber die jüdische Community wird ihn und die Labour Party nach ihren Handlungen beurteilen.’“ (Bericht auf BBC News: „Corbyn anti-Semitism meeting ‚disappointing‘, Jewish leaders say“)

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