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Anlässlich des jährlichen Quds-Tags rief der Iran zum Dschihad gegen Israel auf

Kundgebung zum iranischen Quds-Tag in Teheran
Kundgebung zum iranischen Quds-Tag in Teheran (© Imago Images / NurPhoto)

Zeitgleich gab der israelische Inlandsgeheimdienst Shin Bet die Aushebung einer vom Iran gegründeten Terrorzelle im Westjordanland bekannt.

Wie jedes Jahr riefen der Iran und seine Stellvertreterorganisationen Hisbollah, Hamas, der Palästinensische Islamische Dschihad (PIJ), die Huthi-Bewegung im Jemen und die vom Iran unterstützten Haschd-al-Schaabi-Milizen (»Volkbefreiungskräfte«) im Irak am nach dem arabischen Namen für Jerusalem benannten Quds-Tag, dem letzten Freitag des islamischen Fastenmonats Ramadan, zum fortgesetzten Dschihad gegen »das vorübergehende Gebilde«, wie der Iran es nennt, Israel auf.

Einem Bericht des Middle East Media Research Institute (MEMRI) zufolge fanden am 14. April dieses Jahres Konferenzen, Kundgebungen und Umzüge in Teheran, in der Hisbollah-Hochburg Beirut und in Gaza statt. Außerdem besuchte eine Hamas-Delegation unter der Leitung des Politbüro-Mitglieds Khalil Al-Hayya und des Hamas-Funktionärs Osama Hamdan den Iran und nahmen an der Hauptkundgebung in Teheran teil.

Die Delegation kam auch mit iranischen Offiziellen zusammen, darunter der Kommandeur des Korps der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC), General Hossein Salami, der erklärte: »Die jüngsten Entwicklungen in der palästinensischen Arena spiegeln deutlich die Angst des israelischen Staates und die Stärke des Widerstands wider. Dank der Dschihad-Kämpfer des Widerstands ist die Umma [die islamische Nation] eine unerschütterliche Nation, deren Macht die Gleichungen und das Gleichgewicht der Kräfte in der Region verschiebt.« Das palästinensische Volk, so Salami weiter, habe erkannt, »dass seine Ziele nur durch den Dschihad erreicht werden können«.

In die Tat umgesetzt

Kurz darauf gab die israelische Sicherheitsbehörde (Shin Bet) am Montag bekannt, aufgedeckt zu haben, dass die Quds-Truppe, die Auslandseinheit der iranischen Islamischen Revolutionsgarden, und ihr libanesischer Stellvertreter, die Terrororganisation Hisbollah, versucht hatte, Bewohner des Westjordanlands zu rekrutieren, um terroristische Anschläge zu verüben.

So wurden kürzlich die beiden Palästinenser Yusuf und Marsil Mansour verhaftet, nachdem Ermittlungen ergeben hatten, dass die Hisbollah versucht hatte, sie für eine Terroroperation zu rekrutieren, und die beiden sich bereit erklärt hatten, Waffen nach Israel zu schmuggeln und zu verkaufen und gleichzeitig dortige kriminelle Elemente zu unterstützen. Mansour war darüber hinaus damit betraut, Informationen über die Aktivitäten der israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) in Israel und der Westbank zu sammeln und weitere Agenten zu rekrutieren.

Nach Angaben der israelischen Sicherheitsbehörde wurden die beiden von den Hisbollah-Agenten Huda Mahana und Haj Muhammad Radwan, der auch als Mohammed Bashir bekannt ist, rekrutiert. Mansour wird vorgeworfen, mit den Hisbollah-Anwerbern über eine Verschlüsselungssoftware und eine spezielle E-Mail-Adresse kommuniziert zu haben.

Geheimdienstinformationen zufolge gehören Mahana und Radwan zu einer von Saeed Izadi geleiteten Einheit der Quds-Truppe, die palästinensische Terrororganisationen auf dem Territorium der Palästinensischen Autonomiebehörde unterstützt. Laut Jason Brodsky, einem Experten für die Führungsdynamik im Iran und im IRGC, leitete Izadi 2015 den Raketenbeschuss Israels aus Syrien und arbeitete hinter den Kulissen an den jüngsten Eskalationen mit.

Der Shin Bet »nimmt die Versuche des Irans und seiner Stellvertreter, in Israel geheime Infrastrukturen zu errichten, die terroristische Aktivitäten gegen israelische Bürger durchführen sollen, sehr ernst und wird weiterhin mit den Sicherheitskräften zusammenarbeiten, um jegliche Aktivitäten, welche die Sicherheit des Staates gefährden, zu lokalisieren und im Voraus zu vereiteln«, schrieb die Agentur in ihrer Erklärung.

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