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Hat Katar über Panama Bestechungsgelder an EU-Abgeordnete überwiesen?

Die Affäre um katarische Schmiergeldzahlungen an EU-Politiker weitet sich aus
Die Affäre um katarische Schmiergeldzahlungen an EU-Politiker weitet sich aus (© Imago Images / Steinach)

Nachdem Berichte über katarische Zahlungen auf Konten der Politikerin Eva Kaili bekannt geworden waren, stellte Griechenland eine Amtshilfeansuchen an die südamerikanische Steueroase.

Die griechischen Behörden haben Panama um Informationen über mögliche Geldtransfers aus Katar auf Konten der Europaabgeordneten Eva Kaili gebeten, die derzeit in Brüssel wegen Korruptionsvorwürfen in Untersuchungshaft sitzt. 

Der Vorsitzende der griechischen Anti-Geldwäsche-Behörde, Charalampos Vourliotis, hat laut seinen eigenen Beamten ein dringendes Ersuchen an Panama, die berühmt-berüchtigte Steueroase mit dem Ruf mangelnder Finanztransparenz gerichtet, in dem er um Informationen bittet, ob Überweisungen in der Höhe von etwa zwanzig Millionen Euro aus Katar auf Konten überwiesen wurden, die möglicherweise von Kaili oder ihren Familienmitgliedern eröffnet wurden.

Die Europaabgeordnete und ehemalige Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments sitzt seit dem 9. Dezember in Untersuchungshaft, nachdem sie im Rahmen einer umfassenden Untersuchung der Lobbyarbeit Katars in Brüssel verhaftet und angeklagt worden war.

Auch Kailis Lebensgefährte Francesco Giorgi, der ehemalige italienische Europaabgeordneter Antonio Panzeri, die beide von der italienischen Zeitung La Repubblica als Herz einer »italienischen Bande in Brüssel« bezeichnet werden, sollen in die Affäre verwickelt sein. Kurz nach Kailis Verhaftung fror die griechische Anti-Geldwäsche-Behörde alle Vermögenswerte von Kaili und ihrer Familie ein.

Vourliotis’ Ersuchen erfolgte, nachdem in spanischen und griechischen Medien Beiträge aufgetaucht waren, die angebliche Bankunterlagen für panamaische Konten von Kaili und ihren Familienmitgliedern zeigten und auf die Einzahlungen aus Katar eingegangen waren. Die Konten sollen bei der Bladex Bank of Panama geführt worden sein und Kaili, ihrem Vater Alexandros Kailis und ihrer Mutter Maria Ignatiadou gehören. Auf ihnen sollen zwanzig Millionen Euro in zwei katarischen Einzahlungen an Kaili selbst und je vier Millionen Euro an ihren Vater und ihre Mutter eingegangen sein.

Kailis Anwalt, Michalis Dimitrakopoulos, der auf der Unschuld seiner Mandantin beharrt, erklärte, die Dokumente seien gefälscht, weshalb er selbst die griechischen Behörden aufgefordert habe, Panama um Hilfe zu bitten, um »die Fälschung der Dokumente über angebliche Überweisungen aus Katar nachzuweisen«.

Letzte Woche beschlagnahmten die griechischen Behörden im Zuge ihrer Geldwäscheermittlungen gegen Kaili ein fast ein Hektar großes Grundstück auf der Insel Paros, das sie und ihr Lebensgefährte Francesco Giorgi gekauft hatten, sowie das Konto, über das der Kauf abgewickelt wurde, um die Ermittlungen zur Geldwäsche abzuwarten. Dimitrakopoulos sagte, der Grundstückskauf sei legal gewesen und das Geld, das für den Kauf verwendet wurde, stamme aus Kailis eigenem Einkommen.

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