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Iran schmuggelt Gold aus Venezuela zur Finanzierung der Hisbollah 

Der Iran liefert Erdöl gegen Gold nach Venezuela
Der Iran liefert Erdöl gegen Gold nach Venezuela (© Imago Images / ZUMA Wire)

Das Regime in Venezuela sympathisiert mit dem Iran und damit auch mit der Hisbollah. So kauft es illegal Öl beim Mullah-Regime und finanziert damit indirekt die Terrororganisation.

Einem sich auf ein vertrauliches Dokument berufenden Bericht britischer Medien zufolge schmuggelt der Iran Gold aus Venezuela, um die schiitisch-islamistische Hisbollah-Bewegung im Libanon zu finanzieren und so die US-Sanktionen zu umgehen.

Nach Angaben von Iran International hat die Versicherungsgesellschaft Lloyds Marine eine Warnung an ihre Kunden verschickt, in der die illegalen Pläne der Islamischen Republik zur Finanzierung ihres libanesischen Stellvertreters durch Venezuela aufgedeckt wurden. In dem Ende Oktober veröffentlichten Dokument mit dem Titel Illegaler Handel mit und Transfer von Gold und iranischem Öl heißt es, die Quds-Truppe des Korps der Iranischen Revolutionsgarden (IRGC) führe »den Verkauf von iranischem Öl« an das lateinamerikanische Land durch und nehme Gold als Zahlungsmittel an, um es an die Hisbollah für deren Finanzierung terroristischer Aktivitäten weiterzuleiten. 

Lloyds fügte hinzu, dass Flüge der iranischen Mahan Air für den Goldtransport genutzt wurden, was eine Umgehung der von den Vereinigten Staaten verhängten Sanktionen darstellt. Mahan Air ist eine private, mit dem IRGC verbundene Fluggesellschaft und von den USA wegen Waffentransfers sanktioniert. Die britische Versicherungsgesellschaft identifizierte auch einige Akteure, die an der »Durchführung des illegalen Goldtransports aus Venezuela« beteiligt waren, darunter Ali Kassir, ein Hisbollah-Vertreter im Iran, und Mohammad Jaafar Kassir, ein hoher Hisbollah-Funktionär.

Dass Venezuela Gold als Zahlungsmittel an den Iran für dessen »Unterstützung im Energiebereich« verwendet, ist kein neues Phänomen. Im April 2020 erklärte der ehemalige US-Sonderbeauftragte für Venezuela, Elliot Abrams, der Iran erhalte Gold für die Lieferung von Benzin nach Caracas, was Monate später von einem hohen IRGC-Beamten bestätigt wurde.

Während die Präsenz der Hisbollah in Venezuela in der Regel nur unter dem Gesichtspunkt einer potenziellen terroristischen Bedrohung angesehen wird, muss man davon ausgehen, dass die Gruppe stark etabliert ist und das lateinamerikanische Land zu einer »Drehscheibe von grenzüberschreitender organisierter Kriminalität und internationalem Terrorismus« macht. 

Ideologisch loyal

»In Venezuela gibt es ein Regime, das mit dem Iran sympathisiert und damit stellvertretend auch mit der Hisbollah«, so David Daoud, Forschungsdirektor für Libanon, Israel und Syrien bei United Against Nuclear Iran und Non-Resident Fellow beim Atlantic Council. »Es gibt auch eine riesige libanesische schiitische Gemeinschaft im Ausland, und die Hisbollah weiß, wie sie sich das zunutze machen kann.«

Daoud meinte jedoch, der Bericht von Iran International sei mit Vorsicht zu genießen, insbesondere nach vorangegangenen Meldungen, der Iran habe die Finanzierung mehrerer palästinensischer Gruppierungen eingeschränkt oder gar eingestellt.

»Wir wissen, dass der Iran die Hisbollah finanziert, und wir wissen, dass die Hisbollah in Venezuela ist. Aber wenn der Iran sich finanziell eingeschränkt fühlt, wäre es unwahrscheinlich, dass er Geld in den Libanon leitet«, analysiert Daoud. »Das ist ja das geniale Modell des Iran. Seine Stellvertreter brauchen kein Geld, um loyal zu bleiben, weil sie die ideologische Grundlage teilen. Sie sind ideologisch loyal.«

Doch selbst inmitten einer offensichtlichen Finanzkrise in der Islamischen Republik, die von lähmenden US-Sanktionen und anhaltenden landesweiten Unruhen begleitet wird, hat der Iran nach Ansicht von Daoud immer noch ein Interesse daran, die Hisbollah zu finanzieren, die ihrerseits mit großen finanziellen Problemen zu kämpfen hat, weswegen sie etwa ihre antiisraelischen Aktivitäten zurückfahren musste.

»Es ist eine Frage der Prioritäten. Die Hisbollah hat erkannt, dass sie nicht im Spiel bleiben kann, wenn der Feind die Oberhand hat. Sie hat den Kampf gegen Israel nicht aufgegeben, sondern nur erkannt, dass sie sich zunächst um ihre eigene Basis kümmern muss, bevor sie wieder kämpfen kann«, erklärte Daoud unter Bezug auf den wirtschaftlichen Zusammenbruch des Libanon, der einen Großteil der Infrastruktur des Landes lahmgelegt und zur Verarmung eines Großteils der Bevölkerung geführt hat.

»Unabhängig davon, ob die Hisbollah aktiv gegen Israel vorgeht, hat der Iran ein Interesse daran, dass sie wächst. Das iranische Regime will seine Revolution exportieren, und über den Kampf gegen Israel hinaus leistet die Hisbollah den entscheidenden Dienst, die schiitische Ideologie zu verbreiten. Wenn der Iran also die Mittel erübrigen kann, wird er die Hisbollah unterstützen«, schloss Daoud.

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