Gaza-Rückkehrmarsch: Zahl der Teilnehmer nimmt sukzessive ab

„Bei den Protesten im Rahmen des ‚Großen Marschs der Rückkehr’, mit denen die Hamas und verschiedene Aktivisten im Gazastreifen am 30. März begannen, gab es letzten Freitag die bislang geringsten Teilnehmerzahlen und die geringste Zahl von Toten und Verletzten. Ein Palästinenser wurde getötet und es wurde von 528 Verletzten berichtet. Die israelischen Behörden haben beständig darauf beharrt, dass die Proteste gewaltsamen Aktionen Deckung bieten sollen. Die Hamas und andere Aktivisten vor Ort haben unterdessen versucht, die Dynamik aufrechtzuerhalten. Die Zahl der Verletzten mit Schusswunden hat sich halbiert. Dies deutet darauf hin, dass sich nicht nur die Größe der Proteste, sondern auch die Intensität der Gewalt an der Grenze verringert hat. (…)

Die Zahl der Demonstranten hat sich von einem Freitag zum nächstens jeweils verringert. Anfangs handelte es sich um 20 .00 Demonstranten, vielleicht sogar mehr, in der zweiten Woche dann um 17.000 und vergangenen Freitag nur noch um schätzungsweise 10.000 Demonstranten. Das Vorhaben der Demonstranten, am 6. April massenhaft Reifen zu verbrennen, damit die Soldaten der Israelischen Streitkräfte die Ereignisse am Sicherheitszaun nicht beobachten können, funktionierte nicht wie geplant. Im Westjordanland gab es im Zusammenhang mit den Ausschreitungen im Gazastreifen keine ernstzunehmenden Demonstrationen. Dafür gibt es mehrere Gründe, darunter nicht zuletzt die politischen Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Gazastreifen und dem Westjordanland. Die Solidarität zwischen den beiden Gebieten ist begrenzt, die wirtschaftlichen Sorge unterscheiden sich und die Behörden verhalten sich unterschiedlich zu den Protesten.

Jedenfalls zeigt die mangelnde Reaktion, dass die Hamas und die übrigen beteiligten Aktivisten im Gazastreifen bislang gescheitert sind. Sie wollen den Druck bis Mitte Mai aufrechterhalten, wie das funktionieren soll, ist aber unklar. Eines der Probleme besteht darin, dass sie nur am Freitag aktiv sind, und es sich nicht wirklich um eine Kampagne des massenhaften zivilen Ungehorsams handelt. Zudem ist es Israel gelungen zu belegen, dass es gewaltsame Elemente unter den Demonstranten gibt.“ (Seth J. Frantzman: „Three weeks: How Gaza’s mass protests are failing to make an impact“)

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