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Erdogan zieht die währungstechnische Notbremse

Gelingt es Erdogan den Währungsverfall aufzuhalten?
Gelingt es Erdogan den Währungsverfall aufzuhalten? (© Imago Images / NurPhoto)

Um die Inflation und den Verfall der türkischen Währung zu bremsen, wurden nun mehrere Währungsabkommen abgeschlossen.

Um die galoppierende Wirtschaftskrise ­– die Inflation lag im Dezember des Vorjahres bei ca. 36 Prozent – in den Griff zu bekommen, hat die türkische Zentralbank mit den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) ein SWAP-Abkommen abgeschlossen.

Das Abkommen ist auf eine Dauer von drei Jahren angelegt und beläuft sich auf fünf Milliarden Dollar. Mit dieser Maßnahme soll der Verfall der türkischen Lira aufgefangen werden. Gegenüber dem Euro hat die türkische Lira im Verlauf des Jahres 2021 mehr als vierzig Prozent ihres Wertes verloren.

Die Vereinbarung mit den VAE ist nicht die einzige, mit der der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan versucht, die landeseigene Währung wieder stabil zu machen. Auch mit China, Qatar und Südkorea wurden SWAP-Abkommen im Rahmen von ca. 23 Milliarden Dollar vereinbart.

Der ständig schwankende Kurs der Lira beeinträchtigt nicht nur das tägliche Leben der Bevölkerung, da sich die Preise der Grundnahrungsmittel und der Energieversorgung enorm verteuert haben, er wirkt sich auch auf das Wirtschaftsleben in der Türkei sehr negativ aus.

Wirtschaftstreibende und Handelsunternehmen können kaum vernünftige Angebote stellen, das sich die Kalkulationspreise durch die schwankende Währung ständig verändern und es deswegen kaum mehr möglich ist, verlässliche Angebote zu stellen. Erhöhte Liefer-, Produktions- und Energiekosten stellen ein zusätzliches Hindernis dar.

Als weitere Maßnahme, die Lira zu stabilisieren, lockt die türkische Regierung Anleger mit einer »staatlichen Versicherung« gegen einen weiteren Währungsverfall, wenn sie ihr Vermögen in der landeseigenen Lira anlegen anstatt in Devisen. Sollte es zu einem Verlust der Lira kommen, würde der Staat den entstandenen Verlust übernehmen.

Die von Erdogan ins Leben gerufene Niedrigzinspolitik hat im Jahr 2021 die türkische Zentralbank gezwungen, den Leitzins auf 14 Prozent zu senken, obwohl die Inflation bei 36 Prozent lag. Die daraufhin einbrechende Wirtschaft mit all ihren negativen Konsequenzen hat die Zentralbank im Dezember dazu veranlasst, Lira im Wert von 7,2 Milliarden Dollar anzukaufen.

Diese Maßnahme und das nun abgeschlossene SWAP-Abkommen ließen den Wert der Lira wieder ansteigen. Inwieweit sich diese Schritte langfristig auf die türkische Wirtschaft positiv auswirken, kann im Moment nicht abgeschätzt werden.

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