Entführungen: Der stille Albtraum christlicher Frauen in Ägypten

„Ägyptens christliche Gemeinschaft ist mit Gefahren konfrontiert vor denen die meisten Ägypter keine Angst haben müssen. Gewaltandrohungen während Gottesdiensten, Angriffe auf Busse voller unschuldiger Pilger und deren Kinder und Übergriffe auf christliche Geschäfte finden allzu häufig statt. Sie erscheinen jedoch nur gelegentlich in den westlichen Medien. Massenentführungen, wie die von Boko Haram in Nigeria, finden in den Medien jedoch einen großen Widerhall. Sogar Berichte über die Entführungen junger pakistanischer Christinnen wurden veröffentlicht. Der Albtraum in Ägypten dagegen ist seit Jahren praktisch unbemerkt geblieben. Opfer schweigen, Behörden drücken ein Auge zu und dazu kommt, dass religiös motivierte Entführungen äußerst schwer zu dokumentieren sind.

Aber die Wahrheit ist, dass christliche Frauen in Ägypten mit Entführungen, Vergewaltigungen, Schlägen und Folterungen konfrontiert sind. Unzählige Mädchen und Frauen verschwinden für immer, und selbst wenn sie irgendwie gerettet werden, gelten ihre Geschichten als so beschämend, dass sie als dunkle Familiengeheimnisse verborgen bleiben. In der Zwischenzeit ‚reparieren‘ Ärzte leise innere Schäden und stellen bei misshandelten Teenagern und Frauen in den Zwanzigern die ‚Jungfräulichkeit‘ wieder her. Priester versuchen den Ruf der Familie zu schützen wenn die Mädchen zurückkehren. (…) Die Angriffe jedenfalls variieren – einige passieren zufällig, wenn eine schutzlose Frau dabei beobachtet wird wie sie alleine auf der Straße spazieren geht. Andere werden von Islamisten geplant, welche den Entführer mit 3.000 Dollar pro Mädchen entlohnen. Die Angreifer vergewaltigen die Opfer, halten sie in Gefangenschaft und fordern die verängstigten jungen Frauen auf zum Islam zu konvertieren – oftmals werden sie so lange missbraucht bis sie sich ergeben.

Diese Verbrechen finden besonders häufig in Dörfern außerhalb ägyptischer Großstädte statt, wo radikalisierte Schläger ungestraft agieren, mitunter wütende Mobs bilden und eine Spur von Blut, Asche und gebrochenen Menschen zurücklassen. World Watch Monitor, eine internationale christliche Publikation, interviewte einen Mann, der selbst einmal ein Entführer war. Er erklärte: ‚Eine Gruppe von Entführern trifft sich in einer Moschee, um potenzielle Opfer zu besprechen. Sie haben ein wachsames Auge auf die christliche Häuser und überwachen alles, was vor sich geht. Auf dieser Basis weben sie ein Spinnennetz um [die Mädchen].‘ In einem armen Land wie Ägypten ist das Preisgeld, das an die Entführer gezahlt wird, wenn sie das Opfer an eine radikalislamistische Organisation übergeben, ein großer Gewinn. Die Entführer sind mit ihrem Anteil an der Beute zufrieden. Die radikalen Islamisten haben jedoch ein ‚höheres‘ Ziel: den Islam zu stärken und das Christentum zu schwächen.“ (Lela Gilbert: „Egypt’s Silent Epidemic of Kidnapped Christian Girls“)

 

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