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Die Gewöhnung an den Terror: Niemand ist Straßburg

Die Gewöhnung an den Terror: Niemand ist Straßburg„Erinnert sich noch jemand? Es gab einmal ‚Je suis Charlie!‘. Es gab ‚Je suis Nice‘, ‚Je suis Paris‘ und ‚Je suis Bruxelles‘. In den Sozialen Medien waren diese Sätze als Hashtags allgegenwärtig. Millionen ersetzen in den Jahren 2016 und auch noch 2017 ihre Profilbilder durch Grafiken mit diesen Sätzen. Das waren Solidaritätsbekundungen mit den Opfern islamischen Terrors – und es war ein Weg, mit dem eigenen Schrecken umzugehen. 2018 aber ist niemand ‚Straßburg‘.

Europa nahm den Anschlag des Terroristen Chérif Chekatt auf den Weihnachtsmarkt mit fünf Toten fast emotionslos hin. Man hat sich offenbar an den Terror, das Morden auf offener Straße gewöhnt. Das trifft auch auf die Weihnachtsmarkt-Festungen in deutschen Innenstädten zu. Glühwein hinter Zäunen und Barrikaden – eine deutsche, eine europäische Normalität. Wer erinnert sich noch an Zeiten ohne solche Sicherheitstrakte?

Es ist eingetreten, was Politiker in der Hochzeit des islamischen Terrors vor zwei Jahren bereits durch die Blume gefordert hatten: Die Gewöhnung an die terroristische Bedrohung. Sie wird heute hingenommen wie schlechtes Wetter. (…)

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Ist solche Gewöhnung nun vielleicht sogar eine positive Angelegenheit? Vermindert sie nicht den Schrecken, den Attentäter zu verbreiten vermögen? Vordergründig mag das so scheinen. In Wirklichkeit ist sie Symptom einer Teil-Kapitulation vor dem Terror: Man kann es eben nicht verhindern – so what! Stellt euch nicht so an! Die Pannen im Fall Amri und Chekatt sind wohl auch durch solches Denken in Behörden und Politik zu erklären, ebenso wie der lieblose Umgang mit den Opfern des Terrors. Nur nicht drüber reden!“ (Alexander Will: „Der ganz normale Schrecken“)

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