Das iranische Regime kann kein Satbilitätsfaktor im Nahen Osten sein

„Eine weit verbreitete aber irrige Interpretation der gegenwärtigen strategischen Situation im Nahen Osten geht davon aus, die Instabilität in der Region neige sich dem Ende zu. Routinemäßig wird dabei die ‚Rückkehr des arabischen Staats’ beschworen. Die Kriege in Syrien und im Irak gingen zu Ende, heißt es. Mit der Niederlage des Islamischen Staats in diesen Ländern hätten sich die politischen Ambitionen des salafistisch-dschihadistischen Islamismus bis auf weiteres erledigt. (…) Bei der vermeintlichen Stabilität handelt es sich um eine Illusion. Herbeigeführt wurde sie durch die Ermächtigung der pro-iranischen Partei und die vorübergehende Schwächung, nicht aber Erledigung der Feinde Teherans. In Wirklichkeit kann die Intervention des Iran in seinen Nachbarländern nur zu mehr Instabilität und weiterem Konflikt und Blutvergießen führen. Solange dieses Problem nicht behoben wird, kann es keine Stabilität geben. (…)

Die Fragmentierung der Staaten in seiner Umgebung ist mitnichten nur ein zufälliges Nebenprodukt der iranischen Strategie, sondern deren absichtliches Ergebnis. Der Iran braucht schwache Nachbarn. Er ist dabei, einen Landkorridor durch die ausgehöhlten arabischen Staaten entlang des Weges bis zum Mittelmeer zu schaffen. Auch als Verbündete hätten starke Nachbarn die Schaffung vom Iran kontrollierter Gebiete auf ihrem Boden kaum akzeptiert. Die energische Verfolgung regionaler Hegemonie ist das Lieblingsprojekt der Hardliner, die im iranischen Regime die Oberhand haben. Seinem Wesen und seiner Ideologie nach ist der schiitische Islamismus außerstande, sich die Unterstützung druch große nichtschiitische Bevölkerungen in den Ländern, in denen er aktiv ist, zu sichern oder sich auch nur ernsthaft um sie zu bemühen. Unterm Strich resultiert die Einmischung des Iran in Konflikt und Chaos, die es dem Teheran ermöglichen, seine eigenen Interessen ohne Rücksicht auf die Souveränität der betreffenden Länder zu verfolgen.“ (Jonathan Spyer: „Wanted: A Counter-Iran Strategy“)

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