Als ein iranischer Diplomat Tausenden Juden das Leben rettete

„Tausende iranische Juden und ihre Nachkommen verdanken ihr Leben einem muslimischen Diplomaten, der während des Zweiten Weltkriegs in Paris gelebt hat. In ‚The Lion’s Shadow‘ ist zu lesen, wie Abdol-Hossein Sardari alles riskierte, um anderen Iranern bei der Flucht vor den Nazis zu helfen.

Eliane Senahi Cohanim war sieben Jahre alt, als sie mit ihrer Familie aus Frankreich floh. Sie erinnert sich daran, wie sie ihre Lieblingspuppe umklammerte, so ruhig lag, wie sie konnte, und sich schlafend stellte, wann immer ihr Zug an einem Nazi-Kontrollpunkt zum Stehen kam.

‚Ich erinnere mich an alles. Als wir wegliefen, fragten sie nach unseren Pässen, und ich erinnere mich daran, dass mein Vater ihnen die Pässe gab. Sie schauten sie an. Dann schauten sie uns an. Es war beängstigend. Es war sehr, sehr beängstigend.‘ (…)

Wie andere Mitglieder der iranisch-jüdischen Gemeinde auch, bat Herr Senahi den jungen Chef der diplomatischen Niederlassung des Iran in Paris um Hilfe. Abdol-Hossein Sardari konnte der Familie Senahi die Pässe und Dokumente beschaffen, die sie für eine sichere Reise durch das von den Nazis besetzte Europa brauchten. Eine einmonatige Reise, die immer noch voller Gefahren war. (…)

Die Zahl der Blanko-Pässe, die sich im Safe von Sardari befunden haben, wird auf 500 bis 1.000 geschätzt. Wenn jeder ausgestellte Pass zwei bis drei Menschen die Flucht ermöglichte, könnte Sardari laut einer im Buch angestellten Schätzung ‚über 2.000 Individuen gerettet haben‘.

Sardari hat zu Lebzeiten nie Anerkennung für seine Arbeit gesucht und stets darauf bestanden, nur seine Pflicht getan zu haben. Die letzten Lebensjahre verbrachte er in den frühen achtziger Jahren in England, nachdem er im Zuge der iranischen Revolution seine Pensionsansprüche als ehemaliger Botschafter und seinen Besitz in Teheran verloren hatte.“ (Brian Wheeler: „The ‚Iranian Schindler‘ who saved Jews from the Nazis“)

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