Mena-Exklusiv

„Faktencheck“: WDR diffamiert israelische Nichtregierungsorganisation

Offener Brief von NGO Monitor an den WDR

Sehr geehrte Frau Schmitz,

in der Presseerklärung des WDR zur Antisemitismus-Dokumentation vom 8. Juni 2017 betont der WDR wiederholt die Bedeutung journalistischer Standards. Insbesondere wird in der Presseerklärung behauptet, in dem Film würden unzutreffende Behauptungen aufgestellt und Mutmaßungen als Tatsachen dargestellt und die Filmemacher hätten es verabsäumt, sich mit den betroffenen Einzelpersonen und Gruppen in Verbindung zu setzen. Es liegt daher eine gewisse Ironie darin, dass der WDR genau diese Standards in seinem „Faktencheck“ mit dem Eintrag „33:43 Min. – Prof. Steinberg und NGO Monitor“ verletzt hat.

  1. Der WDR diffamiert NGO Monitor mit der Behauptung, sie sei „keine unabhängige Organisation“. Tatsächlich unterliegt NGO Monitor keinerlei Einflussnahme von Regierungsstellen oder privaten Organisationen. Als gemeinnützige Organisation erhalten wir selbstverständlich Spenden von Privatpersonen und Stiftungen, doch beeinträchtigt dies in keiner Weise unsere Unabhängigkeit.
  2. Die Behauptung, dass NGO Monitor „enge Verbindungen“ zum Institute for Zionist Strategies unterhalte, beruht auf sieben Wörtern in einem Artikel in der Zeitung Haaretz. Darin ging es um ein Vorstandsmitglied und nicht um einen Beschäftigten der Organisation. Offenbar wurde diese Information in den „WDR Faktencheck“ aufgenommen und dort aufgebauscht, um die Nachforschungen von NGO Monitor als tendenziös zu denunzieren.
  3. Die Darstellung des WDR beinhaltet einen zweideutigen Satz, der NGO Monitor mit der politischen Agenda der Besiedlung des Westjordanlands in Verbindung zu bringen scheint. Der Syntax ist nicht eindeutig zu entnehmen, ob diese Agenda nur die des Institute for Zionist Strategies sein soll, oder auch die von NGO Monitor. Im ersteren Fall würde es sich um Sippenhaftung handeln, im letzteren um eine unzutreffende Behauptung, da NGO Monitor eine unparteiische Forschungsorganisation ist, die in der Siedlungsfrage keine Position vertritt.
  4. Es ist besonders bedauerlich, dass der WDR sich nicht mit NGO Monitor in Verbindung setzte, um diese Behauptungen abzuklären. Dies ist umso erstaunlicher, als Sie und ich am 14. und 15. Juni per Email in Verbindung standen, wodurch Sie jede erdenkliche Gelegenheit gehabt hätten, diese Informationen vor ihrer Veröffentlichung zu verifizieren.

Wir verlangen daher den sofortigen Widerruf dieser diffamierenden und unzutreffenden Informationen über NGO Monitor, die Sie auf der Website des WDR im Zusammenhang mit der Dokumentation veröffentlichten. Erforderlichenfalls werden wir den Rechtsweg beschreiten.

Naftali Balanson
Chief of Staff
NGO Monitor

P.S. Es gibt im „Faktencheck“ des WDR zahlreiche unzutreffende Behauptungen. Diese werden wir in einem separaten Memorandum richtigstellen.

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