Mena-Exklusiv

Vernichtung Israels, „wenn‘s nicht anders möglich ist“

Von Florian Markl

In einem Kurier-Artikel behauptet Erich Waldmann, der Imam der schiitischen Imam-Ali-Moschee in Wien, der alljährliche, vom iranischen Regime ins Leben gerufenen Al-Quds-Marsch ziele nicht auf die Zerstörung Israels ab: „Wir fordern einen Abzug Israels aus den besetzten Palästinenser-Gebieten und gleiche Rechte für Juden, Christen und Muslime in Palästina.“ Was davon zu halten ist, zeigt ein Blick zurück ins Jahr 2015.

Im Vorfeld des damaligen Al-Quds-Marsches posteten die Organisatoren dieser anti-israelischen Veranstaltung auf ihrer Facebook-Seite eine Karikatur, in der „offen zum Judenmord aufgerufen (wurde)“, wie der damalig grüne Bundesrat Marco Schreuder kritisierte: „Das Machwerk zeigt Muslime, die einen in einer Grube stehenden Juden mit Wasser aus Kübeln ertränken“. Darüber war zu lesen: „Jeder Muslim bekommt ein [sic!] Kübel Wasser.“ Während in Teheran unter Beisein des vermeintlich moderaten Präsidenten Hassan Rohani in Sprechchören „Nieder mit Amerika“ und „Tod für Israel“ gefordert wurde, bekannten sich die Teilnehmer des Aufmarschs in Wien „teilweise recht offenherzig“ zum Ziel der Vernichtung Israels: „Wenn’s nicht anders möglich ist: ja“, so eine Demonstrantin im ORF-Interview. Und Erich Waldmann, der bei der Demonstration der Israel-in Wien als Redner auftrat, äußerte sich folgendermaßen zum Vorwurf, hier werde zur Vernichtung Israels aufgerufen:

„Die Vernichtung in diesem Zusammenhang bedeutet die Vernichtung, die Zerstörung dieses Regimes, dieser Regierung, dieser Apartheid-Regierung und nicht des Landstriches Israel und auch nicht der Bevölkerung von Israel.“ (Wien heute, 11. Juli 2015)

Eine Karikatur, in der alle Muslime weltweit gemeinsam Juden ertränken, offene Bekenntnisse zur Vernichtung des jüdischen Staates und der Aufruf zur „Vernichtung“ des israelischen „Regimes“, all das soll also nicht mehr gewesen sein, als die Forderung nach „gleichen Rechten“ für Juden, Christen und Muslime – gleiche Rechte, die es weder im von der Hamas kontrollierten Gazastreifen, noch in den von der Fatah verwalteten Teilen des Westjordanlands, dafür aber in Israel gibt.

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