Geht Erdogans Plan der Geiselnahme auf?

„Ich fragte mich die ganze Zeit, was hat der ehemalige Bundeskanzler Gerd Schröder dem türkischen Präsidenten Erdogan angeboten hat, damit die verhafteten Menschenrechtler, u.a. der Deutsche Peter Steudtner, sofort frei gekommen sind? Der türkische Kolumnist Bülent Mumay geht davon aus, dass eine Art Kuhhandel üblich wie im türkischen Bazar gelaufen ist. Schröder soll mit Erdogan, laut Mumay, eine Woche nach den Bundestagswahlen verhandelt haben. Und dabei hätte Schröder Erdogan angedeutet, wenn du die Menschenrechtsaktivisten gehen lässt, könnte die deutsche Justiz auf die Verhaftung deiner 6 Imame in Deutschland wegen Spionage verzichten. Tatsächlich am 23. Oktober haben die Bundesrichter entschieden, die von der Bundesanwaltschaft beantragten Haftbefehle gegen die DITIB Imame abzuweisen, wegen nicht ausreichender Beweise. Zwei Tag später entließ ein Gericht in Istanbul alle Menschenrechtsaktivisten.

Ich konnte nirgends herausfinden, ob der Richter in Karlsruhe am 23.Oktober die Ausstellung der Haftbefehle abgelehnt hat, oder schon früher. Publik wurde die Entscheidung tatsächlich am 23.Oktober. Es kann durchaus sein, dass so ein Deal gelaufen ist. Fest steht auch, und das wird von beiden Seiten nicht bestritten, dass Schröder als ‚Unterhändler der Bundesrepublik‘ mit Erdogan verhandelt hatte. Ist so was nicht beschämend für eine demokratische Republik wie die Bundesrepublik? Erdogan hat alle Gefangene als Geiseln angesehen. Und die Bundesrepublik hat dies anscheinend so akzeptiert – den Geiselaustausch. Erdogan wollte die westlichen Staaten mit Geiseln erpressen und die Bundesrepublik, vermutlich früher auch Frankreich, akzeptierten diesen Geiselaustausch.“ (Kamil Taylan: „Austausch der Geiseln – wie einst im Bazar“)

Mehr zum thema auf Mena Watch: Sammelt Erdogan Geiseln für Gefangenenaustausch?

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