Filmbesprechung: „Reis“ – eine Heldenverehrung Erdogans

„Der türkische Regisseur Hüdaverdi Yavuz hat das Leben Erdoğans verfilmt. Die Heiligenverehrung mit dem programmatischen Titel ‚Reis‘ (Kopf, Chef, Anführer) läuft seit 4. März, gerade rechtzeitig vor dem anstehenden Verfassungsreferendum in der Türkei, auch in deutschsprachigen Kinos. (…) Die Grundaussage des Films: Erdoğan hat sich seit seiner Kindheit nicht geändert. Er war immer schon gut, ausschließlich gut, immer geachtet und zum Führer erkoren. Schon seine Freunde in Kasımpaşa nennen ihn Reis, Anführer, denn schon damals steckte in dem Jungen im armen Hafenviertel ein Führer. Ein Führer, der die Mission Adnan Menderes zu Ende bringen und der Religion und den Gläubigen wieder zu ihrem Recht verhelfen wird. (…) Der Schauspieler Reha Beyoğlu, der Erdoğan darstellt, antwortete bei der Pressevorführung in Istanbul auf die Frage, ob denn gar keine Schwächen des Chefs gezeigt werden: ‚Er hat keine Schwächen! In seiner Kindheit, der Jugend und jetzt ist Erdoğan dieselbe Person. Ein Feind der Unterdrücker und ein Freund des Volkes.‘“ (Heiko Heinisch: „‚Reis‘“ – Hagiographie des Sultans“)

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