Israel, die sunnitischen Staaten und die iranische Herausforderung

„Der Iran marschiert, innerhalb und jenseits seiner Grenzen. Neben Russland, dem Seniorpartner des im Siegen begriffenen Bündnisses, ist er der große Gewinner des Syrienkriegs. Nun geht es um den nächsten Schritt, die Schaffung eines Landkorridors bis ans Mittelmeer, um an dessen Küste einen festen Stützpunkt für seine Luftwaffe und Marine zu errichten. Sollte es dem Iran gelingen, diese Ziele zu erfüllen, stünden trotz seiner innenpolitischen Schwächen als nächstes die rasante Aufkündigung des Atomabkommens und die Errichtung eines atomaren Schutzschilds auf der Tagesordnung. Dieser Schutzschirm wird dem Iran die Möglichkeit bieten, seinen Aufstieg zur regionalen Supermacht zu beschleunigen und die Fortexistenz des gegenwärtigen Regimes abzusichern.

Aus der Sicht Israels gibt es eine eindeutige Verbindung zwischen der iranischen Unterstützung der Hisbollah – einer Organisation, deren konventionelle Bewaffnung das von mehr als 100.000 Geschossen und Raketen bedrohte Israel im Zaun halten soll – und der iranischen Fortführung seines Atomprogramms. Künftig soll die Hisbollah unter dem atomaren Schutzschirm des Irans ungehindert gegen Israel vorgehen können. Den diesbezüglichen Erklärungen des US-Präsidenten zum Trotz ist unklar, wie die USA die hegemonialen Bestrebungen des Iran und seinen Drang nach Atomwaffen unterlaufen und zu diesem Zweck mit den Parteien in der Region zusammenarbeiten wollen. Wie die USA sich in dieser schwerwiegenden Angelegenheit verhalten, ist von äußerster langfristiger Bedeutung. Für Israel und die sunnitischen Staaten im Nahen Osten ist es von entscheidender Bedeutung, dass sie sich über die gravierende Herausforderung, die von der Vision des Iran ausgehen wird, und die damit verbundenen sicherheitspolitischen Implikationen klar werden. Nur durch gezielte Zusammenarbeit der Gegner des Iran und der USA können die Ambitionen des Iran durchkreuzt werden.“ (Yaacov Amidror: „Iran in Multi-Dimensional Scrutiny“)

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